Während die Kurse an der Wall Street weiter steigen, leidet der deutsche Aktienmarkt an den Folgen des Dollarrückganges. Viele Anleger realisieren – nach dem Kursplus von 23 Prozent seit dem Tief vom 19. März nicht unerwartet – Gewinne und halten sich mit neuen Käufen zurück.

Die Profis unter den Aktienanlegern ließen sich indes nicht entmutigen. Sie blieben auf der Suche nach Papieren mit Bewertungsreserven. Daher rühren die zahlreichen Sonderbewegungen. Mit immer neuen Aufwärtssprüngen überrascht BMW. Das bayerische Unternehmen hat an der Börse dem „Stern von Stuttgart“ längst die Schau gestohlen, obwohl bei BMW in diesem Jahr ein deutlich rückläufiges Konzernergebnis erwartet wird. Aber die Blicke sind schon auf 1988 gerichtet. Dann sollen sich die erheblichen Zukunftsinvestitionen auszahlen. Neuerdings sind es hauptsächlich Engländer, die sich für BMW-Aktien interessieren.

Gut verdienen ließ sich in diesem Jahr auch an den RWE-Aktien, die in normalen Zeiten als langweilig gelten. Das RWE wird an der Börse zu den Unternehmen gezählt, die optischen Nutzen aus der veränderten Gewinnermittlung ziehen werden. Unter Einbeziehung der Gewinne aller Konzerngesellschaften liegt der Ertrag je Aktie deutlich über 20 Mark. Das ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas über 13, ein vergleichsweise günstiger Wert. K. W.