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Hamburg plant eine Städtepartnerschaft mit Dresden, Bremen hat schon eine mit Rostock – die insgesamt zehnte im innerdeutschen Rahmen. Lockere Ost-West-Verbindungen zwischen den Kommunen sind en vogue. Allein, man dürfe sich nicht zuviel davon erwarten, dämpfte Bremens Bürgermeister Klaus Wedemeier die Hochkonjunktur. Ob Trier und Weimar, die demnächst einen Freundschaftsvertrag unterzeichnen, dennoch die Versöhnung von Marx und Goethe gelingt? In derartige weltanschauliche Turbulenzen will die Bundeshauptstadt erst gar nicht kommen: Bonn sieht derzeit „keine Möglichkeit“, sich mit einer DDR-Stadt zu verschwistern.

Feindbild

Ronald Reagans Vorstellungen von der Sowjetunion geben seit langem Anlaß zu Spekulationen. Ist sie für ihn nur das „Reich des Bösen“ oder hat sein Feindbild auch freundliche Seiten? Marlin Fitzwater, der Sprecher des Weißen Hauses, hat nun nach Angaben der New York Times Licht in das Dunkel gebracht. Der Präsident drückt seine Meinung über die Gegenseite am liebsten in Form von Witzen wie diesem aus: „Der Parteifunktionär fragte den Bauern nach der Kartoffelernte. ‚Sie ist so reichlich‘, antwortet der wackere Mann, ‚daß die Füße Gottes berührt würden, wenn wir die Kartoffeln aufeinanderschichteten.‘ Der Funktionär: ‚Aber es gibt doch keinen Gott in der Sowjetunion.‘ ‚Eben‘, meint der Bauer, ‚es gibt ja auch keine Kartoffeln.“ Ein anderer Lieblingswitz Reagans: „Kommt ein Russe in eine Autovertretung. Ihm wird die Lieferung eines Wagens in genau zehn Jahren versprochen. ‚Morgens oder abends’, will er wissen. ‚Was spielt denn das in zehn Jahren für eine Rolle‘, wirft der Verkäufer ein. ‚Nun‘, sagt der Kunde, ‚morgens will der Klempner kommen.“

Bruder-Zwist

Wenn’s um (Öl-)Geld geht, hören gutnachbarliche Beziehungen schnell auf: So geschehen zwischen Kolumbien und Venezuela. Eine kolumbianische Fregatte war in der zweiten Augustwoche in venezolanische Hoheitsgewässer vorgedrungen; so die Lesart aus Caracas. Bogotá beharrte darauf, das Schiff habe sich in eigenen Gewässern befunden; schließlich sei nach internationalen Gepflogenheiten die Mittellinie des Golfes die Trennlinie – was Caracas bestreitet. Eine Konferenz über die Grenzziehung hatte die venezolanische Regierung freilich zuvor abgesagt. Nach Flottenaufmarsch und Flugzeugverlegungen soll der Konflikt nun gütlich beigelegt werden. Zwischen den Nachbarn knistert es seit langem. Man wirft sich gegenseitig Vieh- und Drogenschmuggel vor; das hochverschuldete Venezuela möchte nach Ende des Ölbooms die vielen kolumbianischen Flüchtlinge loswerden.