Neue Zweifel am Dollart-Projekt

Von Hans-Ulrich Stoldt

Emden

Am meisten Freude hat Emdens Bürgermeister Alwin Brinkmann an seinem Amt, wenn Stadtfest ist. „Dann ist hier wirklich ordentlich was los, dann macht das Spaß.“

Sonst ist es weniger vergnüglich in der ostfriesischen Hafenstadt an der Mündung der Ems: Die Arbeitslosenquote liegt bei zwanzig Prozent. Die städtischen Kassen werden durch die explosionsartig steigenden Sozialhilfekosten belastet: Elf Millionen Mark mußten im vergangenen Jahr aufgebracht werden – 1980 war es nur eine Million.

Hilfe in dieser schwierigen Situation könnte nach Ansicht des Bürgermeisters da nur ein kräftiger wirtschaftlicher Schub bringen, ein industrielles Großprojekt eben, wie es schon seit langem geplant ist: Die Rede ist vom Dollart-Hafen, einem kommunal- und landespolitischen Dauerbrenner, der seit mehr als zehn Jahren Befürworter und Gegner auf die Barrikaden treibt.

„Ökonomischer und ökologischer Unsinn“, sagen die einen, „eine wirtschafts- und beschäftigungswirksame Maßnahme ohne Alternative“, meinen die anderen.