In jüngster Zeit tauchen immer häufiger gefälschte Flugscheine auf. Den Schaden haben die Airlines, die Reisebüros und die Kunden.

Im vorigen Monat verschickte British Airways an alle Reisebüros vertrauliche Briefe, um die Verkäufer vor gestohlenen Tickets zu warnen. Es war kein Einzelfall, der Deal mit gefälschten oder gestohlenen Flugdokumenten hat sich seit einiger Zeit zu einem Branchenproblem entwickelt.

Meist haben die Langfinger leichtes Spiel. Jedes Reisebüro, das Tickets für Linienflüge verkauft, beispielsweise auch die IATA-Reisebüros, erhält gegen Hinterlegung einer Bankbürgschaft von den Fluggesellschaften Blanko-Flugscheine. Durch Buchung, Beschriftung und Abstempeln mit einem sogenannten Validator werden die Tickets zum gültigen Dokument, das viele tausend Mark wert sein kann.

Beides, Ticket und Validator, sollten im Reisebüro sorgfältig im Safe aufbewahrt werden. Im hektischen Geschäftsbetrieb aber wird das oft vergessen. Der Griff nach fremden Flugkarten ist also kein Problem. Den Schaden hat in einem solchen Fall der unvorsichtige Reisebürobesitzer.

Allerdings können bei diesem Verfahren keine größeren Mengen von Tickets auf die Seite gebracht werden. Das besorgen kriminelle Großhändler, die, etwa nach einer Firmenpleite, mit einem ganzen Flugscheinvorrat verschwinden, um ihn später weiterzuverkaufen.

Aus den USA ist inzwischen eine neue Variante dieses Geschäftes bekannt geworden. Dort kaufen dubiose Händler kleine Reisebüros mit Linienflugkonzession auf, um sich den wertvollen Flugscheinbestand zu sichern und damit unterzutauchen. Oder die Tickets werden einfach in den Druckereien gestohlen oder verschwinden auf dem Versandweg.

In der Regel ist schon ein großer Teil der gestohlenen Flugscheine auf dem Markt, wenn die Fahndungsmaschinerie in Gang kommt. Dabei wird die Arbeit der Polizei dadurch erschwert, daß die wirklichen Drahtzieher oft im Ausland sitzen und bisweilen ihre heiße Ware über unwissende Zwischenhändler absetzen.