2. Juni 1967: In Berlin erschießt der Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien den Studenten Benno Ohnesorg.

2. April 1968 Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein legen im Frankfurter Kaufhaus Schneider Feuer, um die Öffentlichkeit aus ihrer Gleichgültigkeit gegenüber den Greueln des Vietnamkrieges zu reißen.

11: April 1968 Der Hilfsarbeiter Josef Bachmann schießt in Berlin auf Rudi Dutschke und verletzt ihn lebensgefährlich.

14. Mai 1970: Andreas Baader wird in Berlin aus der Haft befreit. Dabei wird der Institutsangestellte Georg Linke schwer verletzt.

6. Mai 1971: Astrid Proll wird in Hamburg verhaftet.

15. Juni 1971: Bei der bislang größten Fahndung („Aktion Kobra“) wird in Hamburg die der RAF-Mitgliedschaft verdächtigte 20jährige Petra Schelm von einem Polizisten erschossen.

22. Oktober 1971: Der Polizeimeister Norbert Schmid wird in Hamburg von RAF-Mitgliedern erschossen.

4. Dezember 1971: Georg Rauch, Mitbegründer der Bewegung 2. Juni, wird in Berlin von einem Kriminalbeamten erschossen.

22. Dezember 1971: In Kaiserslautern wird bei einem Banküberfall eines RAF-Kommandos der Polizeimeister Herbert Schoner erschossen.

2. Februar 1972: Erstmals kommt ein Unbeteiligter ums Leben: Der Bootsbauer Erwin Beelitz findet im Britischen Yachtclub in Berlin-Gatow eine Bombe der Bewegung 2. Juni, die explodiert.

2. März 1972: Thomas Weisbecker, RAF-Mitglied, wird in Augsburg von einem Beamten einer Sonderkommission des bayerischen Landeskriminalamtes erschossen. Das Verfahren wird eingestellt, da der Beamte Weisbecker in Notwehr erschossen haben soll. Am gleichen Tag wird bei der Verhaftung der beiden RAF-Mitglieder Manfred Grashof und Wolfgang Grundmann in Hamburg der Kriminalhauptkommissar Hans Eckhart so schwer verletzt, daß er zwanzig Tage später stirbt. Das Landgericht Kaiserslautern verurteilte Grashof, 1977 wegen Mordes zu lebenslang.

11. Mai 1972: Die RAF geht mit einer vom „Kommando Petra Schelm“ gelegten Bombe auf das Frankfurter Hauptquartier des 5. US-Army-Corps in die Offensive. Der Oberstleutnant Paul Bloomquist stirbt, dreizehn Menschen werden verletzt.

15. Mai 1972: Bombenattentat des „Kommandos Manfred Grashof“ auf den Bundesrichter Buddenberg: Seine Frau wird schwer verletzt.

19. Mai 1972: Anschlag der RAF auf das Springer-Hochhaus in Hamburg: 17 Verletzte.

24. Mai 1972: Im europäischen Hauptquartier der US-Army in Heidelberg explodiert eine Bombe der RAF und tötet drei amerikanische Soldaten.

1. Juni 1972: Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe werden in Frankfurt verhaftet. Eine Woche später wird Gudrun Ensslin in Hamburg verhaftet.

15. Juni 1972: Ulrike Meinhof und Gerhard Müller werden in Hannover von einem Quartiergeber verraten und verhaftet.

1. Juli 1972: Der vollkommen unschuldige Schotte Ian MacLeod wird in Stuttgart bei einer Razzia von einem Polizisten erschossen.

17. Januar bis 12. Februar 1973: Der erste von bislang neun Hungerstreiks, die Forderung lautet „Aufhebung der Isolationshaft“. Ulrike Meinhof wird vom „Toten Trakt“ in Köln-Ossendorf in die Männerabteilung verlegt.

4. Februar 1974: Astrid Proll wird wegen Haftunfähigkeit aus dem Gefängnis entlassen und taucht unter.

24. Mai 1974: In München wird der als „Sympathisant“ verdächtigte Taxifahrer Günther Jendrian von einem Fahndungskommando erschossen. Er war unbewaffnet.

4. Juni 1974: Ulrich Schmücker, eine Randfigur der Bewegung 2. Juni, wird, weil er mit dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet hatte, von ehemaligen Genossen in Berlin erschossen.

13. September 1974: Vierzig Gefangene beginnen mit beträchtlicher Unterstützung von außen den längsten Hungerstreik. Nach 54 Tagen, zuletzt zwangsernährt, stirbt Holger Meins am 9. November in der Strafanstalt Wittlich/Eifel.

10. November 1974: Der Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann, Berlins höchster Richter, wird von einem Kommando der Bewegung 2. Juni erschossen, als er sich gegen seine Entführung zur Wehr setzt.

27. Februar 1975: In Berlin wird der Landesvorsitzende der CDU, Peter Lorenz, von einem Kommando der Bewegung 2. Juni unblutig entführt. Gabriele Kröcher-Tiedemann, Verena Becker, Rolf Heissler, Rolf Pohle werden freigepreßt.

24. April 1975: Das „Kommando Holger Meins“ besetzt die deutsche Botschaft in Stockholm, nimmt zwölf Geiseln und verlangt die Freilassung von 26 politischen Gefangenen. Obwohl das Kommando den Militärattache Andreas von Mirbach und den Botschaftsrat Heinz Hillegart erschießt, bleibt die Bundesregierung hart. Beim Sturm der Botschaft kommt es zu einer Explosion, bei der das Kommandomitglied Ulrich Wessel umkommt. Siegfried Hausner erliegt am 4. Mai seinen Verletzungen. Festgenommen werden Karl-Heinz Dellwo, Hanna Krabbe, Bernhard Rössner und Lutz Taufer, die später zu lebenslänglich verurteilt werden.

9. Mai 1975: Auf einem Parkplatz in Köln wird Werner Sauber erschossen. Bei dem Schußwechsel stirbt auch ein Polizist

21. Mai 1975: In der „Mehrzweckhalle“ in Stuttgart-Stammheim beginnt der Prozeß gegen die wichtigsten Vertreter der „ersten Generation“ der RAF: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe.

21. Dezember 1975: Das sechsköpfige Kommando „Arm der arabischen Revolution“ unter Führung von Iljitsch Ramirez Sanchez alias „Carlos“ überfällt die OPEC-Konferenz in Wien und erschießt den österreichischen Polizeiinspektor Anton Tichler, einen irakischen Sicherheitsbeamten und einen libyschen Delegierten. Zu dem Kommando gehören Hans-Joachim Klein und Gabriele Kröcher-Tiedemann.

9. Mai 1976: Ulrike Meinhof wird erhängt in ihrer Zelle in Stuttgart Stammheim gefunden.

24. Juni 1976: Der Bundestag verabschiedet die ersten „Anti-Terror-Gesetze“. Von nun an kann der Schriftverkehr zwischen politischen Gefangenen und ihren Anwälten überwacht werden. Mit dem Paragraphen 129a wird außerdem der Straftatbestand der Bildung oder Mitgliedschaft in einer „terroristischen Vereinigung“ geschaffen.

27. Juli 1976: Ein von den Palästinensern angeführtes Kommando entführt ein Air-France-Verkehrsflugzeug nach Entebbe in Uganda und fordert die Freilassung von 53 in verschiedenen Ländern einsitzenden Gefangenen, darunter sechs Deutsche. Bei der Erstürmung der Maschine in der Nacht zum 4. Juli durch eine israelische Spezialeinheit werden Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann erschossen.

21. Juli 1976: Der ehemalige Münchener ASTA-Vorsitzende Rolf Pohle, der durch die Lorenz-Entführung freikam, wird in Athen verhaftet und im Oktober ausgeliefert.

17. März 1977: Der baden-württembergische Justizminister Traugott Bender räumt ein, daß Gespräche zwischen RAF-Gefangenen und ihren Anwälten in der Haftanstalt Stammheim abgehört wurden. Eine illegale Aktion.

7. April 1977: In Karlsruhe erschießt ein RAF-Kommando Generalbundesanwalt Siegfried Buback, seinen Fahrer Wolfgang Göbel sowie den Justizwachtmeister Georg Wurster.

28. April 1977: Das Stuttgarter Oberlandesgericht verurteilt nach 192 Verhandlungstagen Baader, Ensslin und Raspe zu lebenslänglich. Das Gericht sieht es als erwiesen an, daß sie vier Morde und 34 Mordversuche begangen haben.

3. Mai 1977: In Singen bei Konstanz werden Günther Sonnenberg und die im März 1975 mit der Lorenz-Entführung freigepreßte Verena Becker nach einer Schießerei verhaftet. Beide werden später wegen versuchten Mordes zu lebenslänglich verurteilt.

2. Juni 1977: Manfred Grashof und Klaus Jünschke werden vom Landgericht Kaiserslautern wegen „gemeinschaftlichen Mordes an Polizisten“ zu lebenslänglich verurteilt.

30. Juli 1977: Der Bankier Jürgen Ponto wird von seinem Patenkind Susanne Albrecht und zwei ihrer RAF-Genossen in seinem Haus in Oberursel erschossen.

5. September 1977: Das Kommando „Siegfried Hausner“ entführt in Köln Hanns Martin Schleyer und erschießt dabei Schleyers Fahrer und drei Polizeibeamte. Das Kommando fordert die Freilassung von elf RAF-Genossen.

29. September 1977: Der Bundestag verabschiedet das „Kontaktsperregesetz“, das eine zeitlich begrenzte Totalisolation Gefangener ermöglicht.

30. September 1977: Der Rechtsanwalt Klaus Croissant wird in Paris festgenommen und auf Antrag der Bundesregierung am 16. November ausgeliefert.

13. Oktober 1977: Vier Palästinenser entführen die Lufthansa-Maschine „Landshut“ nach Mogadischu in Somalia. Sie richten den Flugkapitän Jürgen Schumann hin. In der Nacht zum 18. Oktober stürmt die GSG 9 das Flugzeug und erschießt drei der Flugzeugentführer. Am frühen Morgen des nächsten Tages werden Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen in Stammheim tot aufgefunden. Irmgard Möller weist schwere Stichverletzungen auf. Der badenwürttembergische Justizminister Traugott Bender tritt zwei Tage darauf zurück.

19. Oktober 1977: Hanns Martin Schleyer wird in Mühlhausen im Elsaß tot im Kofferraum eines Autos gefunden. 12. November 1977: Ingrid Schubert, die 1974 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden war, wird erhängt in ihrer Zelle in München-Stadelheim gefunden.

6. Februar 1978: Ein GSG-9-Kommando sprengt ein Loch in die Mauer der Strafanstalt in Celle, um einen Befreiungsversuch von Sigurd Debus vorzutäuschen und damit V-Leute in den Untergrund einzuschleusen.

6. September 1978: Willy Peter Stoll, gesucht wegen der Anschläge auf Buback, Ponto und Schleyer, wird in Düsseldorf von einem Polizisten erschossen.

15. September 1978: Astrid Proll wird in London verhaftet und später in in die Bundesrepublik ausgeliefert, wo sie bald freikommt.

24. September 1978: Michael Knoll wird in einem Wald bei Dortmund bei einer Schießerei schwer verletzt und stirbt vierzehn Tage später. Ein Polizeibeamter kommt ebenfalls ums Leben. Angelika Speitel wird verhaftet.

4. Mai 1979: Elisabeth van Dyck, die wegen der Anschläge auf Buback, Ponto und Schleyer gesucht wird, stirbt in Nürnberg durch die Kugeln eines Polizeibeamten. Rolf Heissler wird einen Monat später in Frankfurt angeschossen und verhaftet.

4. Oktober 1980: Der RAF-Aussteiger Peter-Jürgen Boock wird in Hamburg verhaftet.

14. April 1981: Sigurd Debus – bereits zwangsernährt – stirbt an einer Hirnblutung. Der Hungerstreik wird abgebrochen.

11. Mai 1981: Der hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry (FDP) wird in seinem Haus bei Frankfurt erschossen. Eine Gruppe der Revolutionären Zellen übernimmt die Verantwortung, die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

14. September 1981: Ein RAF-Kommando versucht in Heidelberg ein Attentat auf den Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, General Frederik James Kroesen. Der General und seine Frau werden leicht verletzt.

I. Februar 1985: Der Vorstandsvorsitzende der Motoren- und Turbinen-Union (MTU), Zimmermann, wird in seinem Haus in Gauting bei München durch einen Kopfschuß liquidiert. Die Verantwortung übernimmt das „Kommando Patrick O’Hara“ der RAF.

9. Juli 1986: Karl-Heinz Beckurts, Vorstandsmitglied der Siemens AG, wird zusammen mit seinem Fahrer Groppler von einem RAF-Kommando durch eine ferngezündete Bombe getötet.

II. Oktober 1986: In Bonn wird der Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt, Gerold von Braunmühl, vom „Kommando Ingrid Schubert“ erschossen.

Zusammengestellt von Michael Sontheimer