Erst die Aktien, dann der Dollar – gut drei Wochen dauert nun schon der Kollaps an den internationalen Finanzmärkten, und nichts deutet auf ein baldiges Ende dieser Misere hin.

Von wem, wenn nicht von den gewählten und ernannten Krisenmanagern, den Wirtschaftspolitikern und Notenbankchefs in den Industrieländern, können die verstörten Bürger eigentlich Rat und Hilfe erwarten? Aber auch da sieht es düster aus. Nach dem absurden Streit zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und Europa über Schuld und Sühne nach dem Börsenkrach herrscht jetzt nur noch Untätigkeit: Die Notenbankchefs warten auf Entscheidungen der Finanzpolitiker, die wiederum hoffen auf einen endgültigen Beschluß Ronald Reagans, das Defizit im amerikanischen Bundeshaushalt kräftig zu kürzen, und der Präsident schließlich setzt offensichtlich darauf, daß der Spuk von selbst verschwindet.

Die Gralshüter der Marktwirtschaft in den konservativen Regierungen in Amerika, Großbritannien und auch hierzulande zeigen jedenfalls ein denkbar unterentwickeltes Gespür für die Nöte und Ängste der Finanzmärkte. Wann endlich finden die Politiker eine gemeinsame und überzeugende Antwort auf den Börsenkrach, wann handeln sie gegen die Gefahren für die Konjunktur?

bm