Brasiliens Präsident José Sarney hat nur ein Übel gegen das andere ausgetauscht. Seine Regierung hat sich zwar in der vergangenen Woche mit den internationalen Banken und dem Internationalen Währungsfonds darauf geeinigt, wieder Zinsen und Tilgung zu zahlen. Dafür bekommt das Land einen kurzfristigen Kredit von drei Milliarden Dollar. Doch zu Hause erntete er damit einen Sturm der Entrüstung.

Etwas anderes war auch nicht zu erwarten. Denn beständig war an Sarneys Politik bisher nur der konsequente Zickzackkurs. Kaum hatten sich die Militärs 1985 in die Kasernen zurückgezogen, brach die neue Zivilregierung mit dem Währungsfonds. Statt die restriktiven Rezepte der ökonomischen Aufseher zu befolgen, wollten die neuen Machthaber eine expansive Wirtschaftspolitik verfolgen. Brasilien solle japanische Wachstumsraten und schweizerische Inflationsraten erreichen, hieß die Aufbruchparole.

Im Februar dieses Jahres verkündete Sarneys Finanzminister schließlich, man werde auch die Kredite der Banken nicht mehr bedienen. Starke Worte für einen schwachen Kandidaten. Denn mit der Wirtschaft ging es schnell wieder bergab. Die Inflationsrate kletterte auf astronomische Höhen, das Sozialprodukt sank, der Bevölkerung geht es heute eher schlechter denn besser als zuvor. Jetzt kapitulierte Sarney vor den Gläubigern – bald auch vor den Militärs? hp