Wenn Pennäler spekulieren

Der bislang jüngste Leidtragende des Börsenkrachs ist ein 15jähriger Schüler aus Derbyshire, Großbritannien. Während seine Kameraden in der Schulpause brav ihre Suppe löffelten, versuchte er sich als Spekulant und orderte Aktien für über 100 000 Pfund bei einem Brokerbüro. Dabei gab er sich als junger Geschäftsmann aus und beeindruckte die Wertpapierhändler mit dem neuesten Börsenjargon, den er in der Schule gelernt hatte. Doch das Greenhorn fiel auf die Nase und verlor 20 000 Pfund. Jetzt muß der waghalsige Schulbub den Beamten des Betrugsdezernats Rede und Antwort stehen. Was die leichtsinnigen Makler zu gewärtigen haben, ist noch nicht bekannt.

Nachdenken über Gewalt

Entsetzen – dieses Wort ist nach den beiden Morden an der Startbahn West immer wieder gefallen. Glaubwürdig ins Nachdenken verfallen sind die Grünen. Sie haben jahrelang über die "Gewaltfrage" gestritten. Das Arbeitsgespann Petra Kelly/Gert Bastian brachte nun die Dinge auf den Punkt. An die eigenen Reihen gewandt: "Die jetzt eingetretene Gewalteskalation hätte vielleicht vermieden werden können, wenn jene, die uns damals Duckmäusertum und eine Schwächung der Anti-Atombewegung vorgeworfen haben, begriffen hätten, daß falsche Solidarität mit potentiellen Gewalttätern das Gewaltrisiko nur erhöht." An die Innenminister gewandt: "Von der Bundesregierung und den Länderregierungen ist zu fordern, daß sie das Verbrechen Einzelner nicht zum Anlaß nehmen, die zahlreichen gewaltfreien sozialen und politischen Bewegungen zu kriminalisieren, die Polizeikräfte weiter provozierend aufzurüsten und das Demonstrationsrecht vollends auszuhöhlen."

Star unter Verdacht

Auf der Leinwand besticht sie durch ihr Können, in der Politik hat sie bisher mehr Aufregung als Anerkennung ausgelöst: Vanessa Redgrave, englische Schauspielerin und politische Aktivistin. Die Affäre, in die sie jetzt verwickelt ist, könnte Redgrave teuer zu stehen kommen. Wie die Sunday Times meldet, ist sie in die Befreiungsaktion für den sowjetischen Spion George Blake verwickelt. Der Star soll Geld für den Lastwagen gespendet haben, mit dem der Agent von einem Londoner Gefängnis über Berlin in den Osten transportiert worden ist. Noch gilt die Vermutung, Vanessa Redgrave habe Geld gespendet, ohne zu wissen, für welchen Zweck es gebraucht werden sollte. Eines aber steht bereits fest: Die Schauspielerin hat schon auf angenehmeren Bühnen gestanden, als es das Londoner Gericht ist, vor dem sie in Kürze erscheinen muß.

Heutige Weltkunst