Vor einigen Wochen haben die Bundesrepublik Deutschland und Albanien diplomatische Beziehungen aufgenommen. Nach der politischen Öffnung des isolierten Balkanlandes dürfte dort auch der Tourismus an Bedeutung gewinnen.

Insgesamt rund 4000 Touristen aus Deutschland, aber auch anderen Ländern sind im vergangenen Jahr ins „Land der Skipetaren“ eingereist. Albaniens Hotels sind damit jedoch beileibe noch nicht ausgelastet, obwohl seit einigen Jahren steigende Touristenzahlen registriert werden konnten. Da Albanien in den nächsten Jahren auf noch mehr Besucher hofft, sind neue Hotels geplant: In Kukes wurde beispielsweise schon mit dem Bau neuer Unterkünfte begonnen. Außerdem sollen weitere Orte in die offiziellen Ausflugsprogramme der staatlichen Tourismusorganisation Albturist aufgenommen und der Standard der Hotels und Restaurants verbessert werden.

Wer nach Albanien reisen möchte, kann seinen Urlaub bisher nur bei einigen wenigen Spezialisten buchen: Der größte dieser Veranstalter ist Skanderbeg-Reisen (Postfach 29 01 43, 4100 Duisburg 29), der auch als Vertragsreisebüro der Deutsch-Albanischen Freundschaftsgesellschaft/Hamburg arbeitet.

Albanien-Touristen wollen ihren Urlaub in der Regel nicht nur am Adriastrand verbringen. Die meisten kombinieren die Ferien mit Busrundreisen ins Landesinnere. Mehr und mehr gefragt sind auch Studienreisen, die Skanderbeg beispielsweise für Volkshochschulen und ähnliche Institutionen speziell ausarbeitet. Ansonsten gibt es eine ganze Reihe von Busreiseunternehmen, die Albanien in Rahmen von Balkanrundreisen besuchen.

Es ist allerdings noch nicht abzusehen, ob die Grenzen auch für Einzelreisende geöffnet werden. Bisher dürfen nur Gruppen mit Sammelvisa einreisen (Geschäftsleute können allerdings allein ins Land). Mietwagen sind in dem fast autofreien Land nicht zu haben, denn auf eigene Faust dürfen Touristen in Albanien nicht auf Entdeckungsfahrt gehen (einzige Ausnahme: von Durres-Strand nach Durres).

Es stimmt übrigens nicht mehr, wie zuweilen noch geschrieben wird, daß es Schwierigkeiten an der Grenze gibt für Urlauber, die „langes oder ungepflegtes“ Haar tragen, für Männer mit Barten, Damen mit Mini- oder Maxiröcken sowie für Reisende in zu engen oder zu weiten Hosen.

Wer sich über Albanien informieren will, wird nicht viel finden. Immerhin ist aber im letzten Jahr der erste Albanien-Führer in deutscher Sprache erschienen: „Albanien als Reiseland“ (176 Seiten, Übersichtskarten, Abbildungen, Register, 11,80 Mark), zu bestellen bei Skanderbeg-Reisen.