Wenn der allzeit höfliche Klaus von Bismarck heftig wird, muß es schlimm um das Goethe-Institut stehen, dessen Präsident er ist. „Wie mit dem Rasenmäher“ werde beim Stellenplan gekürzt, klagt der Grandseigneur, dem neben der Zentrale in München auch die rund 150 Institute in aller Welt unterstehen. Und bei der Vorlage des Jahresberichtes drängte sich von Bismarck der Ausdruck „Schizophrenie“ auf: Gerade jetzt, da fast alle osteuropäischen Staaten, nach langen Jahren des Mauerns, im Zeichen von glasnost Interesse an Kultur-Instituten der Bundesrepublik in ihren Ländern hätten, reduziere die Bundesregierung die Planstellen.

Schon im vergangenen Jahr ist die Zahl der kulturellen Veranstaltungen von 16 500 auf 15 800 zurückgegangen. Die vom Bundestag beschlossene Kürzung um ein Prozent der Planstellen klingt zwar wenig alarmierend, hat aber doch fatale Folgen für die Kulturarbeit der Bundesrepublik im Ausland.

Zu hoffen bleibt, daß die vereinbarte Gründung von Goethe-Instituten in Peking und Bukarest nicht aufgeschoben werden muß. Die Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen ist im vergangenen Jahr von 6,3 auf 5,1 Millionen gesunken. Es werden noch weniger werden, wenn zwar mehr Mittel für Sprachkurse bereitgestellt, doch das Angebot an Konzerten, Aufführungen, Vorträgen verknappt wird. Man müsse den Menschen im Ausland doch auch darstellen, weshalb es sich ohne, die deutsche Sprache zu lernen, gibt der Vorstand des Goethe-Institutes zu bedenken.

R. M.