Von Heinz Michaels

Für die Bundesrepublik“, so formulierten die Fünf Weisen, „ist mit dem Airbus-Programm ein unkalkulierbares Subventionsrisiko entstanden.“ In der Öffentlichkeit hat dieser Satz im Gutachten des Wirtschafts-Sachverständigenrats gehörig für Aufregung gesorgt und von neuem die Diskussion angefacht, ob sich das europäische Flugzeugprogramm am Ende zu einem Milliarden-Flop zu Lasten der Steuerzahler entwickelt.

Die fünf Professoren, die alljährlich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik zu begutachten haben, hielten es diesmal für notwendig, dem Airbus-Programm ein Sonderkapitel zu widmen, in dem sie Anlage und Entwicklung des Programms durchleuchteten. Dabei stellten sie fest,

  • daß auf dem Weltmarkt für große Flugzeuge „hohe ökonomische Zugangsbarrieren bestehen weil für die Entwicklung und den Aufbau der Produktion hohe Investitionen notwendig sind, „die sich allenfalls nach Jahren rentieren werden“,
  • daß eine „Anfangssubventionierung“, die „in einem begrenzten Zeitraum zurückzuführen wäre“, ökonomisch zu rechtfertigen sei,
  • daß dies beim Airbus-Programm „aber nicht mehr zu erwarten“ sei.

Die Professoren argumentieren dabei, daß die bisherigen Absatzerfolge – 385 Flugzeuge wurden ausgeliefert, für 665 Flugzeuge liegen Bestellungen oder Optionen vor – „bei nicht kostendeckenden Preisen erzielt“ wurden. Hinzu kommt das Wechselkursrisiko, denn die Kalkulationen der Airbus Industrie basieren auf einem Dollar-Kurs von zwei Mark.

Es ist aber schon gut ein Jahr her, daß man für einen Dollar – und Flugzeuge werden weltweit für Dollar gehandelt – zwei Mark erhielt. Theoretisch bekommt die Airbus Industrie also in der Landeswährung fast ein Fünftel weniger in die Kasse. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß die europäischen Flugzeugbauer rund ein Drittel ihrer Zulieferungen und auch sonstige Serviceleistungen im Ausland in Dollar bezahlen.

Immerhin erkennt der Sachverständigenrat an, daß mit dem Airbus neue Technologien entstanden und angewendet werden, die „auch anderen Unternehmen und Produkten zugute kommen“. Und es sei auch ein Markt für „hochqualifizierte Spezialisten“ geschaffen worden.