Brecht hat das vorgemacht. Seine Theaterstücke haben alle eine freiliegende Amüsier-Oberseite für Ungeübte (zu denen man in diesem Zusammenhang auch Kinder zählen muß) und einen philosophischen tiefgründigen Bodensatz für Denker.

Dieses Doppelprinzip gilt auch für die Geschichten von Nick Nase, dem berühmten Detektiv. In Riesenbuchstaben, erholsam gleichermaßen für Kinder und Alterssichtige, wird da höchst Vergnügliches vom Wirken eines Zwerg-Detektivs berichtet. Der ist vielleicht neun oder zehn, wie seine Klientel.

In den einfachen Abläufen sind Spannung und eine durchaus einsichtige Dramaturgie; und unter dem schlichten Text grummelt eine spitzbübische Ironie, die Erwachsene zum Grinsen bringt: „Robert verliert dauernd was. ‚Stell dir vor‘, sagt er. ‚heute wäre ich fast selber verloren gegangen‘. ‚Wo?‘ fragte ich (Nick Nase) ‚Auf dem Weg hierher‘, sagte er. ‚Aber es ist nochmal gut gegangen.

Da schimmert Alicens Schürze entfernt durchs Gebüsch, und Pu hat mit Ferkel was zu besprechen.

Die einfachen Bleistiftzeichnungen von Detlef Kersten sind beim näheren Hinsehen auch nicht so schlicht, wie sie auf den ersten Blick wirken. Es paßt einfach. Und macht Spaß.

Gert Haucke

Marjorie Weinman Sharmat:

„Nick Nase und der verschwundene Zettel“ mit Bildern von Detlef Kersten, aus dem Amerikanischen von Friedbert Stohner; Otto Maier Verlag, Ravensburg; 64 S., 7,80 DM