Seit dem Schwarzen Montag (19. Oktober) sind die deutschen Aktienkurse im Schnitt um rund dreißig Prozent gefallen. Wie halten sich eigentlich die Börsenneulinge in diesen trüben Aktionärstagen, fragten die Wertpapieranalysten der Bank in Liechtenstein, Frankfurt (BIL), und nahmen die im vorigen und in diesem Jahr am deutschen Aktienmarkt neueingeführten Papiere unter die Lupe.

Kaum überraschend ist, daß sich die Neulinge dem allgemeinen Trend nicht entziehen konnten, allerdings fiel bei ihnen der Kursrückgang mit im Schnitt rund 25 Prozent etwas moderner aus. Aber viel interessanter ist es, die Kursentwicklungen der insgesamt 44 newcomer der Jahre 1986 und 1987 untereinander zu vergleichen, denn da, so die BIL-Experten, zeigen sich sehr große Unterschiede.

Besonders gut haben bisher zwei Neulinge den Börsenkrach überstanden: Mineralbrunnen Überlangen und die erst kurz vor dem crash am 16. Oktober an der Börse eingeführte co op AG. Nimmt man den letzten Kurs vor dem Schwarzen Montag (16. 10.) zum Maßstab, so liegen diese beiden Gesellschaften sogar noch im Plus. Der Kurs des Selterspapiers stieg von 545 auf 565 Mark (30. 11.) und der der co op-Aktie um drei auf 195 Mark. Alle anderen 42 newcomer liegen bei dieser Rechnung im Minus. Platz drei und vier nehmen die Heimwerkerkette Einheit und der Speziallampenhersteller Aqua Signal ein: Bei beiden fiel der Kursverlust mit 2,3 beziehungsweise knapp 10 Prozent sehr moderat aus. Ganz schlimm erwischte es dagegen die Aktionäre der einst hochgelobten Einzelhandelskette Massa mit einem Kursrückgang von 50,6 Prozent. Kaum besser erging es den Anteilseignern von Pelikan, RWK-Bank, VDO, Maho und Escada, auch hier liegen die Verluste zwischen vierzig und fünfzig Prozent. bm