Auf Lisas Politparty bekamen wir schon an der Tür einen Schock: Ein berüchtigter „Stahlhelmer“ und ein fanatischer „Mutlanger“ standen tuschelnd zusammen und verabredeten sich geheimnistuerisch zu einer Sitzblockade, um den Abzug der Pershing-II-Raketen zu verhindern; der eine sah dadurch nämlich die Existenz der Bundesrepublik, der andere die der Friedensbewegung ernsthaft bedroht.

Gleich darauf versicherte eine giftgrüne Fundi-Feministin, in der „Porno“-Frage stünde sie Seite an Seite mit Rita Süssmuth: „Die müßte bei uns sein, dafür bekäme die CDU den Otto Schily als Weihnachtsgeschenk, aber natürlich nur, wenn ihn die SPD nicht will, weil er ihr zu konservativ ist.“

Dazu meinte ein CDU-Freund zögernd: „Dieses Geschenk können wir nur annehmen, wenn wir dafür der SPD den Biedenkopf auf den Gabentisch legen dürfen.“

„Dann kann er ja gleich den Geißler mitbringen, bevor ihn die CSU wegen seiner tolldreisten Pinochet-Attacken aus der CDU vertreibt“, mischte sich ein SPD-Genosse ein, der früher an Geißler kein gutes Haar zu lassen pflegte.

Mitten im Partygewühl hörten wir dann einen Gast sagen: „Ich traue den Russen einfach nicht.“ – „Das habe ich nie getan“, meinte ein anderer dazu, „wann hat es denn bei Ihnen angefangen?“

„Als Gorbatschow mit diesem ganzen Quatsch von wegen glasnost, perestrojka und Entstalinisierung ankam und so im gesamten kommunistischen Lager diese heillose Verwirrung anrichtete und Euch Rechten damit in die Hände arbeitete“, meinte der orthodoxe DKPler zu dem urbayerischen CSUler, der ihm daraufhin fairerweise zugestand, daß ihm der Strauß der vielen seltsamen Ost-Kontakte auch nicht mehr geheuer sei.

Gleich darauf wollten wir unseren Ohren nicht trauen, als wir in nächster Nähe von einem mutmaßlichen Autonomen, der noch bei der Berliner Anti-Reagan-Demo ganz vorne gestanden haben soll, den Satz hörten: „Wir müssen jetzt alle geschlossen hinter Reagan stehen, damit er den Abrüstungsvertrag über die Senatshürde bringt.“ Ein unbeirrbarer Linker wollte da nicht zurückstehen und bekannte sich zu Reagans Wirtschaftsminister Baker und seinen Mahnungen an die Bonner Adresse, unserer Konjunktur durch ein paar Spritzen auf die Sprünge zu helfen.