Gipfel-Angst

Wenn Gipfel endlich stehen, fallen sie des öfteren wieder um: Cory Aquino, die philippinische Präsidentin, muß derzeit diese Erfahrung machen. Sie bangt um das Spitzentreffen der sechs ASEAN-Staaten in Manila. Den Verbündeten ist die Situation im Cory-Land zu unsicher. Sie fürchten, daß just dann wieder einmal unfriedlich ein Putschversuch gestartet wird, während sie friedlich verhandeln. Vom 14. bis 16. Dezember soll die Konferenz stattfinden. Die indonesische Delegation will bereits am 15. mittags wieder abreisen, um nur eine Nacht in der philippinischen Hauptstadt verbringen zu müssen. Frau Aquino möchte den Gipfel aber unbedingt veranstalten – es wäre der erste seit 1977 –, um zu beweisen, daß sie fest im Sattel sitzt.

Horn im Koffer

An die siebzig Kilo Rhinozeroshorn dürften in diesem Jahr bereits aus Zimbabwe herausgeschmuggelt worden sein – im Gepäck nordkoreanischer Diplomaten. Sie kaufen es einheimischen Wilderern für fünfhundert Dollar das Pfund ab und verhökern es im Nordjemen für das Achtfache. Von dort wird es in den Fernen Osten verschoben, wo das pulverisierte Horn als wundersames Potenzmittel gilt. Die Emissäre Nordkoreas haben sich auf den Handel mit den Hörnern verlegt, weil ihre Regierung sie finanziell knapp hält. Bereits vor gut zehn Jahren wiesen Dänemark und Norwegen die Vertreter Kim Je Sungs aus dem Land, die ihr Gehalt durch Alkohol-, Zigaretten- und Drogenschmuggel aufgebessert hatten.

Ausgelaugt

Als die Amerikaner den Russen kein Getreide mehr verkaufen wollten, sprang Argentinien gern ein: Das südamerikanische Land ist einer der größten Nahrungsmittel-Lieferanten der Welt. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Schuld daran ist die „Grüne Revolution“, ein Entwicklungskonzept aus den fünfziger Jahren. Mit mehr Chemie und mehr Maschinen sollte aus der Erde mehr herausgeholt werden. Jetzt sind die ehemals fruchtbaren Böden der legendären Pampa ausgelaugt, von Erosion bedroht. Ökologen schätzen, daß es gut hundert Jahre dauert, bis sich das Land regeneriert haben wird.

Geschmacklos

Wie gewöhnlich sagte eine freundlich lächelnde Dame, fein gewandet, das Abendprogramm an: Erst die Fortsetzung des Albert Schweitzer-Serienspektakels, sodann einen Filmbericht über die Terrorschrecken im afrikanischen Angola, Bilder dazu, wie dieses: Ein Angolaner berichtet von der Folter, die er erleiden mußte, wies seine Arme vor, die Hände fehlten. Sie waren ihm von den Folterern abgehackt worden. Dann trat wieder die nette Ansagerin ins Fernsehbild und wünschte uns allen, aufmunternd lächelnd: „Gute Unterhaltung.“ Was soll an dem Angola-Schreckensreport wohl „unterhaltend“, was an den verkrüppelten Armen des Gefolterten „gut“ sein? Die ARD wird’s schon wissen, wie gewöhnlich.