Selbstzeugnisse eines „Euthanasie“-Arztes, eines Anatomieprofessors und eines Diplomaten / Ausgewählt und kommentiert von Gabriele Goettle

„Mein liebes Putteli!

Wieder ist ein harter Arbeitstag zu Ende. Ich sitze allein in meinem Hotel und habe soeben zum Abendessen gekochten Kabeljau mit Salzkartoffeln und Senf-Sauce zu mir genommen. Jetzt leiste ich mir 1/2 Flasche „1934er Crettnacher Eucharienberg“ von den Ufern der Saar. (...) Die heutige Arbeit ging wieder ziemlich flott. Das Haus „Arafna“ mit 68 Insassen ist fertig geworden, von denen ich 34 gemacht habe. (...) Meine heutige Tätigkeit erstreckte sich also auf erhebliche Todeskandidaten ...“

Friedrich Mennecke 1941, Selektion in Bethel, an seine Frau

„Von morgen (Sbd.) bis Montag früh ruht unsere Arbeit, weil wir den evangelischen Sonntagsfrieden in Bethel nicht stören wollen.“

Brief vom darauffolgenden Tag

„Als Dr. Steinmayer und ich – wir arbeiten heute allein im KZ – um 18 h Schluß machten, holte ich vom Bahnhof mein Köfferchen ab und ging zum „Deutschen Haus“. Das gefiel mir absolut nicht. Das Zimmer war unter aller Würde!!...“