Politik

Kunst = Kapital

Der Mann mit dem Filzhut und der Fliegerjacke starb am 23. Januar 1986, kurz vor seinem 65. Geburtstag. Zu Lebzeiten ebenso leidenschafdich verehrt wie verspottet, wurde er sogleich zum Klassiker der Nachkriegskunst.

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DIE ZEIT

Entscheidung in New Hampshire

Die spektakulärste Etappe ist zurückgelegt. New Hampshire, vielbeachteter Schauplatz der ersten Vorwahlen, das traditionell als Omen für die amerikanische Präsidentschaftskür im November gilt, hat gesprochen.

Der Mühlstein der Vergangenheit

Diese Fragen sind ins Leere gesprochen, weil sie Kurt Waldheim nicht zu erreichen vermögen. In der Bunkermentalität seiner Hof- und Wagenburg will er nur noch dreierlei: durchhalten, durchhalten, durchhalten .

Geschunden

Nein, wir Deutsche tun gut daran, unsere Empörung zu zügeln. Aber Erschütterung dürfen wir zeigen. Auch Trauer, daß die Opfer von gestern nun zu den Methoden von gestern greifen, dürfen wir bekunden.

Schwung für Europa

Helmut Kohl zunächst: Der Bundeskanzler hat es ja bisher selten vermocht, seine Mitbürger davon zu überzeugen, daß er eine politische Perspektive für die Bundesrepublik hat.

Nach dem Bericht der Historikerkommission: Der Präsident präsentiert sich als Opfer

Im Wiener Außenministerium tobt die Abwehrschlacht, und hinter barocken Flügeltüren lärmt ein zorniger Minister. Alois Mock, Vizekanzler und nunmehr gänzlich zum Waldheim-Verteidigungsminister degradiert, herrscht seine Diplomaten rechthaberisch an, wenn sie ihm von der "katastrophalen Situation, in der sich unser Land befindet", berichten.

Worte der Woche

„Ich bin sauer, wenn ich sehe, wie genüßlich sich die Mafia rund um die Staatsbürgerliche Vereinigung heute noch die Daumen dreht; wenn ich sehe, wie mancher Politiker, der früher Geld von Flick bekommen hat und der mir jetzt am Flughafen begegnet, den Kopf wegdreht.

Zeitspiegel

Wollen die Bayern Proselyten machen? Die Weiß-Blaue Rundschau, Verbandszeitschrift des „Bayernbundes“, beklagt in ihrer jüngsten Ausgabe, daß es noch immer kein Gesetz über die bayerische Staatsangehörigkeit gibt.

Sieben Prinzipien vernünftiger Energiepolitik

Als vom Sommer 1973 bis zum Sommer 1981 sich dank Opec der Weltmarktpreis für Erdöl verzwanzigfachte – die davon ausgelöste Strukturkrise der Wirtschaft fast der ganzen Welt ist noch keineswegs überwunden –, waren wir froh, unsere Steinkohle anderen Ratschlägen zum Trotz am Leben erhalten zu haben.

Berlin: Honeckers Zugeständnisse

Nach wochenlangen detaillierten Vorgesprächen schien sich zunächst wenig zu bewegen. Vor allem der vom Berliner Senat vorgetragene Wunsch, daß Westberliner bei Tagesbesuchen in Ost-Berlin auch übernachten können, war bei den Ostberliner Unterhändlern zunächst auf taube Ohren gestoßen.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Mitterrand zum Nato-Gipfel. Als erstes französisches Staatsoberhaupt seit dem Austritt Frankreichs aus der militärischen Integration des nordatlantischen Bündnisses wird François Mitterrand zum Gipfeltreffen der Nato am 2.

Revolte spaltet Israel

Entsetzt mußte die Armeeführung im Westjordanland zugeben, daß zwanzig Soldaten im Dorf Kfar Salem vier Palästinenser lebendig begraben ließen.

BONNER BÜHNE: Narren und Bußprediger

Eine karge Saison, weiß Gott. Schon während der ganzen Karnevalszeit ist es den Bundesbonnern so gegangen wie den spärlichen Stallwachen am Rosenmontag im totenstillen Regierungsviertel: Originäre närrische Geräusche aus der Innenstadt schlugen nur undeutlich an ihr Ohr.

Wahlen auf Zypern

Manche Kommentatoren bewerteten das Ergebnis der ersten Runde bei der Präsidentschaftswahl in Zypern als Sensation. Nur 27,3 Prozent der Wähler gaben Präsident Spyros Kyprianou ihre Stimme; zwei der vier Kandidaten lagen vor ihm: der Konservative Glafkos Klerides (33,3 Prozent) und der von den Kommunisten unterstützte Unabhängige Giorgos Vasiliou (30,1 Prozent).

Die Preise haben angezogen

„Der Markt ist momentan von Beuys-Arbeiten wie leergefegt“, stöhnt der Kölner Galerist Heinz Holtmann. Der Händler, der schon seit etwa zehn Jahren Beuys im Programm führt, will im März dennoch auf der neuen Hamburger Kunstmesse Forum seinen Stand mit Beuys-Arbeiten schmücken.

Die Kunst des Erbstreits

„Wer sein Testament unterschreibt, unterschreibt sein Todesurteil“, lautet ein katalanisches Sprichwort. Pablo Picasso, das produktivste Kunstgenie in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts, nahm die alte Weisheit ernst und verzichtete auf jede Nachlaßregelung.

Wolfgang Ebert: Nach Moskau

Nein, auch wir waren nicht in Moskau – weder vor noch seit Anbruch der Gorbatschowschen Zeitrechnung. Das grenzt uns natürlich gesellschaftlich etwas aus.

Regierungskrise in Italien: Wo blieb die Mehrheit?

Das Zeremoniell ist das gleiche wie vor hundert Jahren. Italiens Politiker wissen es zu schätzen: Wieder einmal salutiert im Quirinalspalast von Rom der Ehrenzug der Grenadiere in silbern funkelnden Helmen vor einem jener Regierungschefs, die in Italien kommen und gehen.

Es geht auch ohne Streik

Alle reden von Weiterbildung – und für viele Spezialisten ist sie längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur die Mikroelektronik verändert unsere Arbeitswelt in rasantem Tempo, auch Biotechnik, Solarenergie und Lasertechnik bringen revolutionäre Umwälzungen mit sich.

Nordische Kombination

Unweit des Dorfes Studsvik, zwanzig Kilometer nördlich von Nyköpping in Süd-Schweden, findet sich eine Nuklearfirma namens Studsvik Energiteknik, die festen, schwachradioaktiven Atommüll für die Zwischen- und Endlagerung konditioniert.

Bonner Kulisse

Die Erkenntnis des britischen Industrieministers Kenneth Clarke, daß die geplante europäische Weltraumfähre Hermes doch nur ein „Ding“ sei, um „ein paar Franzosen in den Weltraum zu bringen“, und den Briten daher das Geld für die hochfliegenden Weltraumpläne der Europäer zu schade ist, beeindruckt den Bonner Forschungsminister sichtlich nicht.

Außenhandel: Zufallstreffer

Die erste Euphorie über die Dezemberzahlen in der amerikanischen Handelsbilanz ist schnell verflogen. Zwar übertraf der Wert der Importe den der Exporte im letzten Monat des alten Jahres „nur“ noch um 12,2 Milliarden Dollar, aber dieses geringe Defizit verliert bei näherer Betrachtung viel von seinem Charme.

Quellensteuer: Eigentor

In Bonn verhallten seine Warnungen vor einem knappen Jahr ungehört, jetzt meldete Helmut Schlesinger Vollzug. Eine Quellensteuer, kritisierte der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank damals, werde zu Zinssteigerungen führen.

Atomwirtschaft: "Ein ganz normaler Fall"

Was sich anfangs wie ein neuer weltweiter Atomschwindel las, ist für Regierungsdirektor Rolf-Peter Randl vom Bonner Forschungsministerium "überhaupt nichts Geheimnisvolles", sondern ein ganz normaler "Flaggentausch", jedermann bekannt und sogar durch "formale Abkommen" abgesichert.

Sportpresse: Mittwochs im Abseits?

Am Mittwoch“, freut sich Dieter Pacholski, „machen wir ein bißchen Wirbel.“ Am 24. Februar nämlich will der Verlagschef der zum Springer-Verlag zählenden BILD-G ruppe sein neuestes Produkt auf den Markt werfen: Sport-BILD, das mit der Superauflage von rund drei Millionen Exemplaren und dem Discountpreis von dreißig Pfennig an die Kioske kommt.

Bank und Börse: Waren es die Computer?

Rund 130 Millionen Amerikaner saßen vor den Fernsehschirmen, als am 31. Januar ein Sportereignis ersten Ranges anstand – das Endspiel der beiden besten Footballteams.

Markt-Report: Aktien wieder hoffähig

In nicht einmal ganz drei Wochen sind die deutschen Aktienindices um rund zehn Prozent gestiegen. Das mag angesichts der vorangegangenen Verluste nicht als sonderlich viel erscheinen.

MANAGER UND MÄRKTE

Der Familienstreit im Hause Flick eskaliert: Über die in seinen Augen unberechtigte Forderung seiner Neffen Gert Rudolf und Friedrich-Christian Flick nach einer stärkeren Beteiligung am Fünf-Milliarden-Erlös aus dem Verkauf des Flick-Konzerns verärgert, ist Friedrich Karl Flick jetzt selbst in die Offensive gegangen.

Herz kein Kriterium

ZEIT: Herr Schleef, junge Mütter, die sich ganz ihren Kindern widmen wollen, erhalten bei Audi jetzt eine Wiedereinstellungsgarantie für die Dauer von sieben Jahren.

Nutzlos in Maggies Welt

Die walisischen Bergarbeiter nehmen die weitere Sanierung von Britisch Coal ohne Widerstand hin

Exportwirtschaften: Ein Stück China für den Garten

Als die Unterschriften schließlich unter dem Vertragswerk standen, atmete man im Frankfurter Garten- und Friedhofsamt auf. Zwei Jahre hatten die Verhandlungen gedauert; „höflich und freundlich“ waren sie zwar verlaufen, doch die chinesische Seite verwirrte mit wechselnden Gesprächspartnern, mußte immer wieder Rücksprache mit der Zentrale in Peking halten.

Hurra! Hurra!

Berlins CDU-Politiker wünschen sich eine bessere Presse, weniger Kritik und mehr Hurra. Mit dem unabhängigen Tagesspiegel legte man sich bereits mehrmals an, worauf die Journalisten zunehmend aufgebracht reagierten.

Fristlos entlassen: Du sollst nicht Wurst essen

Vor einem Jahr verlor Helga Drebing aus Edewecht im niedersächsischen Kreis Ammerland ihren Arbeitsplatz. Eine fristlose Entlassung mit ungewöhnlicher Begründung: der geplante Verzehr von Bockwürstchen, zur falschen Zeit, am falschen Ort.

Reise um die Welt in 32 Takten

Entgegen seiner Gewohnheit kaufte Robert Schumann am 24. Februar 1838 keine Zigarren, gab an diesem Tag lediglich achtzehn sächsische Groschen für Porto und abends vier Groschen in der Kneipe aus; muß also ziemlich nüchtern zu Bett gegangen sein.

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