ZEIT: Erfreut Sie das Vorhaben des Umweltministers?

Fritsche: Nur bedingt. Zwar würden dadurch einerseits die bisher zersplitterten Forschungsaktivitäten zusammengefaßt und besser koordiniert. Andererseits ist es aber wichtiger, dafür zu sorgen, daß die bereits bekannten Möglichkeiten der Energieeinsparung und der Nutzung regenerativer Energien sich am Markt durchsetzen können. Das Forschungszentrum wäre nur der I-Punkt.

ZEIT: Mehr Forschung ist nicht nötig?

Fritsche: Um den Ausstieg aus der Kernenergie zu schaffen, wissen wir heute schon genug. Die Politik könnte sofort geändert werden. Mittelfristig müssen wir natürlich gerade bei Solarstrom oder Wasserstoff noch auf eine Menge Forschungsergebnisse warten.

ZEIT: Minister Töpfer will aber gerade beweisen, daß er ernsthaft nach Alternativen zur Kernenergie sucht.

Fritsche: Das Argument überzeugt mich nicht. Denn durch Forschungsförderung könnte er nur auf lange Sicht dazu beitragen, auf Atomenergie zu verzichten. Und er unterschlägt dabei, daß wir die wichtigsten Alternativen, nämlich Energieeinsparung, Kraft-Wärme-Kopplung und zum Beispiel Windenergie, längst kennen.

ZEIT: Also hat Töpfers Vorschlag doch nur Alibicharakter?