Wenn zwei Sparkassen fusionieren, so ist das eigentlich kaum der Rede wert. In den vergangenen Jahrzehnten war das zwar keine alltägliche, aber doch auch keine ungewöhnliche Erscheinung. Von 900 Sparkassen in den fünfziger Jahren sind noch 590 geblieben.

Aber nun steht eine Fusion ins Haus, die im Sparkassenlager für gewaltige Aufregung sorgt. In der Bankenstadt Frankfurt wollen die Frankfurter Sparkasse von 1822 und die Stadtsparkasse Frankfurt künftig gemeinsame Sache machen. Dagegen hat eigentlich niemand etwas einzuwenden, die Geister scheiden sich daran, wie sie zusammengeschlossen werden sollen.

Die 1822er ist nämlich eine sogenannte freie Sparkasse, und das darf man getrost wörtlich nehmen: Sie ist frei von allen öffentlich-rechtlichen Zwängen, halt so frei wie irgendeine private Bank. Unter diese attraktive Decke soll auch die Stadtsparkasse kommen, ein traditionelles Institut mit allem, was zu einer ordentlichen Sparkasse gehört.

Genau anders herum müßte es sein, klagen die Sparkassen, sonst sähen sie ernsthafte Gefahren für das deutsche Sparkassenwesen. Das mag gewiß übertrieben sein, aber so attraktiv kann ihr System auch nicht sein. Sonst würde die Stadtsparkasse nicht abtrünnig. bm