Das Motto der Autoversicherer ist klar: Wenn schon, denn schon. Um knapp acht Prozent wollen sie die Beiträge zur Haftpflicht erhöhen; und das pauschal, egal ob ein Unternehmen in dieser Sparte Gewinne erwirtschaftet hat oder Verluste einstecken mußte. Obendrein soll es alle dreißig Millionen Fahrer gleich treffen. Gegen diese saftige Erhöhung, die Mitte des Jahres ansteht, hat die Versicherungsaufsicht bislang nichts einzuwenden. Die Firmen begründen den Aufschlag mit einer gestiegenen Unfallzahl und mit kostspieligeren Reparaturen.

Schon 1985 haben die Autoversicherer kräftig zugelangt – zu kräftig, wie sich später herausstellte. Nach Lesart der Assekuranz stiegen die Beiträge damals um gut acht Prozent im Schnitt. Der ADAC rechnete nach und kam auf Preiserhöhungen von zehn bis zwölf Prozent. Prompt mußten die Kfz-Haftpflichtversicherer im darauffolgenden Jahr mehr Beiträge denn je zurückzahlen.

Auch diesmal scheint der saftige Aufschlag fehl am Platze. Besser wäre es, den alten Tarif bis Ende 1988 zu verlängern und dann für jede Gesellschaft und jede Fahrzeugklasse getrennt zu kalkulieren. Das wäre im Sinne der Versicherten. Aber an die denken die Unternehmen und auch das Aufsichtsamt zumeist erst in zweiter Linie.

kab