DIE ZEIT

Udo im Bild

Morgens die Autogrammpost zu öffnen und dann den ganzen Tag aus dem Fenster zu schauen, das sei ihm, sagte der Fußball-Lehrer Udo Lattek, ironisch seinen Job als Technischer Direktor des Bundesligaklubs 1.

Zeugenhaft

Ein Journalist reist nach Beirut. Er will, nach bestem Wissen und Gewissen, seinen Lesern in Europa Bericht erstatten. Doch gleich am Flughafen wird er entführt – letzte Woche verbrachte der Mann seinen tausendsten Tag in Geiselhaft.

Zwickmühle

Abrüstung als Zwickmühle: In Moskau melden die Außenminister Shultz und Schewardnadse Erfolge bei der atomaren Abrüstung. Nach sieben Jahren der Verhandlung rückt ein Vertrag in greifbare Nähe, der die nuklearen Arsenale der Weltmächte auf den Stand von 1975 zurückstutzen würde.

Hilfe fürs Revier

Alle wollen dem geschundenen Ruhrgebiet helfen. Die Bundesregierung will es, wie die Montan-Runde beim Kanzler am Mittwoch zeigte, die Landesregierung in Düsseldorf will es sowieso.

Liberale Dioskuren: Auf gar nicht so verlorenem Posten

In der Bundestagsfraktion der FDP fühlen sie sich noch immer ein wenig fremd. Aber sie gelten nicht länger als verfemt. Hans-Dietrich Genscher, dessen Wendepolitik sie 1982 ablehnten, läßt sie mehr denn je sein Wohlwollen spüren.

Worte der Woche

„Franz Josef Strauß ist in der Bundesrepublik und in der gesamten Welt als Kavalier alter Schule bekannt. Er gilt als die Personifizierung der Höflichkeit.

Zeitspiegel

Zum festen Programm jedes westlichen Politikers, der derzeit Moskau besucht, gehört ein Abstecher zur kritischen Intelligenz.

Theodor-Heuss-Preis: Grenzgänger

Bevor Politik und Publikum nun wieder darangehen, "rechtsfreie Räume" mit dem Millimetermaß auszumessen, verweilen wir einen Augenblick im Neuen Schloß zu Stuttgart.

Programmpapiere: Krach als Leitmotiv

Die Union fühlt sich, nicht zum ersten Male, wie bei einem endlos verlängerten Aschermittwoch. Es wäre so schön gewesen: der Europäer Helmut Kohl, der in Brüssel immerhin das Schlimmste verhindert hat, und der Atlantiker Kohl, dem es in Washington allem Anschein nach gelungen ist, einem gefährlichen Bündnisstreit über die weitere Abrüstungsprozedur die Spitze zu nehmen.

Südafrika: Krieg der Schwarzen

Die Zusammenstöße zwischen zwei rivalisierenden schwarzen Gruppen an der Ostküste von Südafrika haben eine neue gefährliche Situation in dem krisengeschüttelten Land hervorgerufen.

Wolfgang Ebert: Eis ohne Stil

Hier meldet sich Saddledome live vom entscheidenden Abstiegskampf zwischen den alten Rivalen CSU und CDU (verstärkt, beziehungsweise geschwächt durch FDP-Spieler).

NAMEN UND NACHRICHTEN

Georgios Wassiliou, parteiloser Kandidat eines Mitte-Links-Bündnisses, gewann am Sonntag die Präsidentschaftswahlen im griechisch beherrschten Teil Zyperns.

Krollmanns Rückzug

Mit Hans Krollmann, ihrem Partei- und Fraktionsvorsitzenden, waren die hessischen Sozialdemokraten von Anfang an unzufrieden.

BONNER BÜHNE: Erschreckend deutsch

Sitzungssaal 2301, Langer Eugen: für das Parlament handelt es sich um ein Randthema, aber immerhin, nach Jahren der Kritik, Beschwerden und Klagen befaßt es sich nun doch mit der Colonia Dignidad.

Verhandlungspause in Mittelamerika

Am Freitag voriger Woche endete die zweite Runde der direkten Waffenstillstands-Verhandlungen in Guatemala-Stadt einen Tag früher als vorgesehen.

KKW Krümmel: Kurzer Rechtsweg?

Das Kernkraftwerk Krümmel an der Elbe, nicht weit von Hamburg, ist der Welt größter Siedewasser-Reaktor – ein Rekord, der nicht zu reiner Freude Anlaß bietet.

Vom Frieden träumt niemand

Dr. Yoram Bilu, Dozent für Psychologie und Soziologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, untersuchte mit zwei Studenten die Träume von 644 Kindern im Alter zwischen elf und 13 Jahren.

Bayerisches Beamtenrecht: Unbotmäßig engagiert

Wie frei ist ein bayerischer Beamter? Darf er nach Feierabend tun, was er mag? Oder darf er nur das, was sein Dienstherr, der Staat, oder die herrschende Partei für richtig hält? Die Antwort auf diese Fragen fällt schwer seit Ende letzter Woche, und es geht in München beileibe nicht ums Jodeln, Trachtentragen oder ähnlich folkloristische Hobbys.

Gymnasiallehrer sollen mehr arbeiten: Große Pause

Das Würmtal am Rande der bayerischen Landeshauptstadt gilt bei den Münchnern als gute Adresse. Und das Feodor-Lynen-Gymnasium (FLG), das hier vor neun Jahren erbaut wurde, steht im besten Ruf.

Stadtgeschichte: Tausend Jahre unberührt

Verkehrte Welt bei Kölns Archäologen: Statt ihrer wissenschaftlichen Neugier freien Lauf zu geben, wollen sie nunmehr den geschichtsträchtigen Boden unberührt lassen.

Die geordnete Stadt

Unter allen Künsten ist die Architektur an die Logik der Ordnung am meisten gebunden. Einen Roman kann man sich als einen wilden Roman vorstellen, so wie Clemens Brentano seinen "Godwi" einen "verwilderten Roman" genannt hat.

Fahrt in den Stau

Die deutschen Autokäufer erleben Sternstunden – und das nicht nur in den Ausstellungsräumen von Daimler-Benz. So beflissen freundlich wie in diesen Wochen wurden sie schon lange nicht mehr in den show-rooms begrüßt.

Bonner Kulisse

Bilder des Schreckens vom Schicksal deutscher Einzelhändler malte Winfried Pinger, engagierter CDU-Mittelständler. Statt sozialer Marktwirtschaft herrsche „brutale Machtwirtschaft“, leistungsfähige mittelständische Unternehmen seien einem „catch-as-catch-can-Wettbewerb mit Wildwestmethoden jenseits von Chicago“ ausgesetzt.

Sparkasse: Abtrünnig

Wenn zwei Sparkassen fusionieren, so ist das eigentlich kaum der Rede wert. In den vergangenen Jahrzehnten war das zwar keine alltägliche, aber doch auch keine ungewöhnliche Erscheinung.

Autohaftpflicht: Happig

Das Motto der Autoversicherer ist klar: Wenn schon, denn schon. Um knapp acht Prozent wollen sie die Beiträge zur Haftpflicht erhöhen; und das pauschal, egal ob ein Unternehmen in dieser Sparte Gewinne erwirtschaftet hat oder Verluste einstecken mußte.

Nachtzuschläge: Hinterlistig

Die Bundesregierung vermeidet wirklich keinen Fehler, den sie bei der Behandlung der Arbeitnehmer machen kann. Versichert doch Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg vor dem Parlament vollmundig, die geplante Steuerreform werde keineswegs nur den Großverdienern nutzen, wie die Opposition behauptet, sondern allen Steuerzahlern.

Quellensteuer: Aufstand der Belasteten

Bösartiger hätte der bayerische Löwe kaum zuschlagen können. Ausgerechnet dem auf Gediegenheit und Seriosität bedachten Gerhard Stoltenberg warf CSU-Chef Franz Josef Strauß vor, er habe bei der Steuerreform „schlampige Arbeit geleistet“.

Unterhaltungselektronik: Wer gibt den Ton an?

Die Branche der Unterhaltungselektronik ist reichlich Kummer gewöhnt. Gerade erst ging der etwa fünfzehn Jahre währende Streit der Elektronikkonzerne um den Weltstandard bei Videorekordern zu Ende.

Kiechles Golf-Sturm

Immer wenn Direktionsassistent Dr. Günter P. von der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) in diesen Tagen im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu tun hat, fallen ihm dort Beamte auf, die in leicht gebückter Haltung und mit gefalteten Händen in den Korridoren herumstehen.

Wes Herren Tag?

Sonntagsarbeit ist nicht erst seit Erfindung des Mikrochips ein konfliktträchtiges Thema....................................

Eine Region wird aufgegeben

Das Moskauer Ministerium für Mineraldüngerindustrie ist der größte Umweltverschmutzer der Sowjetunion. Die leitenden Beamten haben ein „rückständiges Bewußtsein“.

Ladenschluß: Vereint gegen Bonn

Der gemeinsame Ärger über die Bundesregierung sorgt für eine Annäherung der Tarifparteien im Handel

Universität Bremen: Der ungeliebte Ehrendoktor

Urplötzlich war Alexander Wittkowsky bei den Bremer Sozialdemokraten ein äußerst gefragter Mann. Nicht nur Wissenschaftssenator Horst-Werner Franke nahm sich Zeit für ein mehrstündiges, intimes Vieraugengespräch mit dem Professor, der an der Uni Bremen Technikgestaltung/Technologieentwicklung lehrt.

MANAGER UND MÄRKTE

Nicht nur ein Unterseeboot, sondern auch ein Untersuchungsausschuß kann wohl auf Tauchstation gehen. Denn anders ist es nicht zu erklären, daß der Bundestags-Untersuchungsausschuß zum U-Boot-Geschäft mit Südafrika nach fast fünfzehn Monaten noch immer weit von einem Schlußergebnis entfernt ist.

Ablenkungsmanöver

Fritsche: Nur bedingt. Zwar würden dadurch einerseits die bisher zersplitterten Forschungsaktivitäten zusammengefaßt und besser koordiniert.

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