"Ich habe das für einen Witz gehalten", gesteht Dr. P., "für eine Agiarsatire."

"In Bonn", erklärt ihm der Freund, "werden Satiren fast regelmäßig von der Realität eingeholt und überholt. Bonn ist bekanntlich die Stadt der Realsatiren."

Das leuchtet Dr. P. unmittelbar ein. "Ich weiß", sagt er, "daß Bundesminister Kiechle in der Europäischen Gemeinschaft für die Flächenstillegung gekämpft hat. Aber die Engländer waren doch dagegen. Sie wollten lieber die Agrarpreise senken. Aus Tradition, weil sie seit den corn laws an niedrige, subventionierte Lebensmittelpreise gewöhnt sind?"

"Nein, weil sie unsere Golfkrieger fürchten. Bernhard Langer ist doch nur ein Vorläufer. Die deutschen Golfklubs haben über siebzigtausend Mitglieder, lange Warteschlangen und nur zweihundert bespielbare Plätze. In Großbritannien gibt es zehnmal so viele. Dort bringt die Flächenstillegung nichts mehr für die Golfer. Aber bei uns kann die ’Aktion Golfschläger statt Pflugscharen’ einen Golfboom auslösen. Genau das, was der Boris-Steffi-Boom im Tennis ist. Und damit gehört uns die wirtschaftliche Zukunft."

"Wieso?"

"Golf und Wirtschaft korrelieren eng miteinander. Das Golfspiel und die industrielle Revolution haben beide in Schottland begonnen. Sie führten das viktorianische England zum Zenit seiner Macht. Dann wurden sie vor allem von Amerikanern und Japanern vorangetrieben. Übrigens entsprechen Golfplätze mit Nisthecken, Biotopen und Artenschutz für Pensionäre und seltene Vögel auch ökologisch präzise dem Geist der Zeit und den Leitlinien des ’Club of Rome’."

"Die Quadratur des Kreises", staunt Dr. P., "aber sollen die stillgelegten Flächen nicht als Grünbrache zur Tierfütterung genutzt werden?"