Feuilleton

Gott aus der Maschine

Der Krieg war da. Aus den Schiffsbäuchen quollen die Soldatenmassen, die Flugzeuge spuckten Fallschirmjäger aus, und auf den Straßen brüllten die Kanonen. Der Widerstand war kurz und völlig sinnlos.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Superwahl im Süden

Der Süden Amerikas hat gesprochen, doch sein Urteil hat allein den Republikanern einige Klarheit verschafft – die Demokraten tappen weiter im Ungewissen.

Die Welt nach Maß

Am 18. Juli 1973 ereignete sich eine wissenschaftliche Revolution. Erstmals gelang es Wissenschaftlern, Erbinformation über die natürlichen Artgrenzen hinweg in fremde Organismen einzubauen – mit Hilfe der Gentechnik.

Katz und Maus

In der DDR herrscht politisches Aprilwetter: Kaum lichtet sich der geteilte Himmel einmal, schon ziehen wieder schwarze Wolken auf.

Aus dem Traum in die Tragödie

Ein Volk, ein Reich, ein Führer – keiner, der vor fünfzig Jahren am Volksempfänger saß, wird den nationalen Taumel jener Tage je vergessen.

Zeitspiegel

„Huldigung“, stand in Großbuchstaben über einer viertelseitigen Anzeige, die im Messagero, der großen Tageszeitung Roms, mit dem Jugendphoto einer Dame erschien, die sich seit langem zwar nicht als fromme Helene, doch als „Königin der Arbeiter“ feiern läßt: Elena Ceausescu.

Worte der Woche

„Wenn sich die Arbeitgeber dazu verpflichten würden, bei einer fünfprozentigen Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich für besser Verdienende mehr Arbeitsplätze zu schaffen, wären die Gewerkschaften sofort dabei.

Margaret Thatcher läßt nicht locker

Die Bundesregierung spielte auf Zeit und hatte damit Erfolg auf dem Nato-Gipfel in der vergangenen Woche, zu dem die Staats- und Regierungschefs des atlantischen Bündnisses in der belgischen Hauptstadt zusammentrafen.

Wolfgang Ebert: Standpunkte

Fangen wir gleich mal mit Lafontaine an. Eben stand er noch ziemlich links, neuerdings flirtet er aber leichtfertig mit der FDP und steht darum in seiner Partei mit dem Rücken zur Wand und recht nahe bei CDU-Ulli Fink, der bei den Seinen, seines leichten Linksdralls liegen, selber auch keinen leichten Stand hat.

Mitterrand sucht den Weg zurück

Vor ein paar Wochen ging eine kurze Meldung durch die französische Presse. Das Erstaunliche an dieser Nachricht war, daß sie wenig Aufsehen erregte.

Amerikas Vorwahlkampf: Kann ein Schwarzer Präsident werden?

Den besten Rat hatte ihm sein alter Erzfeind gegeben: "Wenn du deine Botschaft wirklich unter die Leute bringen willst, mußt du dich um die Präsidentschaft bewerben", empfahl der Gouverneur von Alabama, George Wallace, – einst Symbol hartnäckiger Rassentrennungspolitik im amerikanischen Süden – dem schwarzen Pastor und Bürgerrechtler Jesse Jackson.

Ben Witter: Angetippt

Erwin K. (24), stud. phil., vor Wochen: „Wie langweilig, dieser ‚Klampfensänger-Aufstand‘ in Ost-Berlin mit Dankesgottesdienst; unheimlich abgeleierte Texte.

Machtkampf um Honecker?

Was ist los in der DDR? Da lädt der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker zum ersten Mal nach zehn Jahren einen Vorsitzenden des Evangelischen Kirchenbundes, den Bischof Werner Leich, überraschend zum Gespräch – und drei Tage später werden in Ost-Berlin Besucher eines Gottesdienstes massiv kontrolliert.

Kirchenkontakte: Die Wahrheit befreit

Zwar nicht der polnische Papst, aber doch zum erstenmal in der Geschichte ein katholischer Primas von Polen wird im Juni nach Moskau reisen: Kardinal Jozef Glemp ist – gleichsam anstelle des Papstes – vom orthodoxen Patriarchen zur Tausendjahrfeier des Christentums in Rußland und der Ukraine eingeladen worden, wie Glemp letzte Woche Johannes Paul II.

Noriega will nicht gehen

Die Auseinandersetzung zwischen der US-Regierung und der panamaischen Oppositionsbewegung Cruzada Civilista (Bürgerkreuzzug) mit Panamas starkem Mann, Armeechef General Manuel Antonio Noriega, scheint kurz vor dem Showdown zu stehen.

BONNER BÜHNE: Kecke Fragen

Selten sind es die großen Debatten im Bundestag, die politische Veränderungen deutlich machen; oft sind sie auf Nebenbühnen besser zu erkennen – die Fragestunde als Exempel.

Blutiger Nationalismus im Kaukasus

Nach den pogromartigen Ausschreitungen in der aserbeidschanischen Industriestadt Sumgait, die erst durch Militäreinsätze und Ausgangssperren unterbunden werden konnten, hatte die Nachrichtenagentur Tass Ende vergangener Woche mitgeteilt: „Kriminelle Elemente begingen Gewaltaktionen und Plünderungen.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Hauff wechselt nach Frankfurt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Volker Hauff gibt sein Amt als stellvertretender Fraktionssprecher der SPD im Bundestag auf und legt den Vorsitz im Arbeitskreis Umwelt und Energie nieder.

Diplomatie im Städtekrieg

Die irakische Führung in Bagdad beteuert in jedem ihrer Kriegskommuniques, die Raketen auf Teheran dienten dem Zweck, den friedensunwilligen Iran endlich zu einem Waffenstillstand zu zwingen.

CSU-Schlappe im Rathaus

Nach 18 Jahren konnten die Sozialdemokraten der CSU das Amt des Oberbürgermeisters in Hof (Saale) abnehmen. In Bayreuth setzte sich ihr OB-Kandidat wieder durch, obwohl der CSU-Bundestagsabgeordnete Ortwin Lowack mit dem Segen des Parteivorsitzenden Franz Josef Strauß ins Rennen geschickt worden war.

Ein Sieg des Islam?

Okay, es braucht noch ein bißchen guten Willen“, sagt Diego Cordovez in die Journalistenrunde und malt mit seiner rechten Hand, die eine abgerauchte Havanna hält, einen Kringel in die Luft, „dann haben wir es geschafft.

Im heiligen Krieg

Maulavi Machmad, einer unserer Führer, zeigt auf die schneebedeckten Viertausender des Hindukusch vor uns und sagt: „Afghanistan.

„Wir müssen auf unser Schicksal warten“

Kabul, Metropole des internationalen Krisenherdes Afghanistan, empfängt den Besucher mit verwirrender Normalität. Das ist nicht Phnom Penh kurz vor dem Roten-Khmer-Sturm, als man das Flugzeug unter schwerem Artilleriebeschuß im Laufschritt verließ und sich bis zur Empfangshalle zweimal flach auf den Boden werfen mußte.

St.-Pauli-Prozeß: Pinzners erdrückendes Erbe

Seitdem sie sich entschlossen hat, nun doch auszusagen, geht es Isolde Oechsle-Misfeld etwas besser und dem Gericht auch. Die zu Prozeßbeginn frustriert wirkende Männerriege auf dem Richterpodium des Hamburger Landgerichts – anfangs konfrontiert mit einer die Aussage strikt verweigernden Angeklagten – sitzt nun entspannt zurückgelehnt und lauscht den jeweils eine bis eineinhalb Stunden währenden Berichten der angeklagten Juristin: Wie sie in alles hineingeriet, und warum sie sich dem Druck ihres Mandanten Werner Pinzner nicht mehr entziehen konnte.

Peinlichkeiten: Krach im Rathaus

Nun hat es das Kurbad doch noch erwischt. Dabei hatte man in Bad Rothenfelde bislang so viel Glück: „Von den großen verheerenden Erschütterungen unserer Geschichte blieb der Ort verschont“, heißt es in der Stadtchronik.

„Ich will nicht kuschen!“

Maria Lichtenhagen liebt einen Polizisten. Und so ruft sie ihren Lebensgefährten Walter L. des öfteren auf seiner Dienststelle im 14.

Sparen am falschen Ende

So wie er kann’s sonst keiner sagen: „Zukunft ist wichtiger als Freizeit“, sprach der Kanzler. Aber was hat Helmut Kohl uns damit sagen wollen, als er vergangene Woche beim Deutschen Industrie- und Handelstag redete? Wie anderen auch – das läßt seine Rede vermuten – sind dem Bundeskanzler die Lohnkosten in der Bundesrepublik einfach zu hoch; das möchte er geändert haben.

Revier ohne Raum

Die Duisburger Industrie- und Handelskammer (IHK) blieb vorsichtshalber im Allgemeinen. Es bestehe in Duisburg für ansiedlungswillige Betriebe ein „Flächenengpaß“, beklagte sie zwar in ihrem Arbeitspapier zur Montankonferenz, die Ende Februar beim Bundeskanzler stattfand.

Ökobank: Genehmigt

Der Jubel ist groß in Frankfurt. Die Berliner Bankenaufsicht hat nämlich der Ökobank erlaubt, Bankgeschäfte zu betreiben. Die nervenaufreibende Gründungsphase der Genossenschaft ist vorbei, die Turnschuhbankiers haben die höchste Hürde genommen.

Schuldenkrise: Mutmacher

Die Revolution fand nur im kleinen Kreis statt. Der bei den Banken eher berüchtigte Mexiko-deal, also der Umtausch von Krediten in Anleihen mit langer Laufzeit, hat aus mexikanischer Sicht ein enttäuschendes Ergebnis gebracht.

Bonner Kulisse

Der bayerischen CSU muß es wie eine Götterdämmerung erscheinen, daß sie ausgerechnet in der Wagner-Metropole Bayreuth, wo erst noch vor wenigen Tagen ein sogenannter kleiner Parteitag der CSU stattgefunden hat, die Oberbürgermeister-Wahl verpaßt hat.

Bernhard Blohm:: Geschickter Schachzug

Eine europäische Zentralbank? Natürlich müsse es eine solche geben; wer ja zu Europa sage, der müsse auch ja zu einer gemeinsamen Währung und einer gemeinsamen Notenbank sagen.

Europa: Vertagt

Es ist immer das gleiche: Wenn sich zwölf Minister der Europäischen Gemeinschaft treffen, inszenieren sie ein Drama. Während sie um Summen feilschen, mit denen nicht einmal eine Autobahnbrücke bezahlt werden könnte, beschwören sie die Zukunft Europas.

Alternative Energie: Heizung zum Nulltarif

Ein kräftiger Preisschub am Erdöl-Markt wäre für Hans Hildebrand die beste Konjunkturspritze: Je teurer das schwarze Gold wird, desto größere Chancen rechnet er sich für seine „Energiespar-Löcher“ aus, die er in den Schweizer Boden bohrt.

Die Europäer starten durch

Die Idee war von Anfang an kühn: Franzosen, Engländer und Deutsche hatten sich überlegt, gemeinsam ein großes Passagierflugzeug zu bauen – und sie taten es auch.

Handel: Konzerne im Kaufrausch

Der Vertrag, den die Metro-Manager am Dienstag der vergangenen Woche vom Bundeskartellamt in Berlin mit auf den Weg bekamen, enthielt einen dicken Brocken.

Markt-Report: Kursanstieg gestoppt

Während sich in Japan die Aktienkurse bis auf wenige Prozente ihrem vorjährigen Höchststand wieder genähert haben, bewegt sich am deutschen Aktienmarkt derzeit kaum etwas.

Antwort erst im Mai

Carstens: Die Zahlen, die ich ja schon im Januar bekanntgegeben habe, daß die Neuverschuldung des Bundes für 1988 in die Nähe von 40 Milliarden Mark steigen wird, haben sich bis heute in keiner Weise verändert.

+ Weitere Artikel anzeigen