Die Bundesregierung wünscht Obergrenzen für konventionelle Waffen in Ost- und Westeuropa.

Künftig sollen auf beiden Seiten nur noch je 14 000 Kampfpanzer, 7500 Schützenpanzer und 7500 Artilleriegeschütze stehen. Diese "Kontingente" sieht ein neues Konzept des Bundesverteidigungsministeriums zur konventionellen Abrüstung in Europa vor. Um dieses Gleichgewicht zu erreichen, müßte der Warschauer Pakt seine Truppenstärke in Mitteleuropa auf 95 Prozent der gegenwärtigen Stärke der Nato reduzieren.

Ob der Osten an diesem Vorschlag Gefallen findet, ist allerdings sehr zweifelhaft, denn die Sowjetunion und ihre Verbündeten müßten dann insgesamt 36 000 Panzer sowie 11 000 Geschütze verschrotten, während der Westen lediglich 1200 Panzer und 400 Geschütze abbauen müßte. Die Hardthöhe wäre allerdings schon zufrieden, wenn die Sowjets ihre überzähligen Waffen hinter den Ural transportieren würden – und ihnen hiermit in einem konventionellen Krieg die Möglichkeit einer schnellen Invasion oder eines Überraschungsschlages genommen wäre.

Wenn der Sowjetunion wirklich an Frieden und Sicherheit in Europa gelegen sei, argumentiert die Hardthöhe, müsse sie ihr konventionelles Übergewicht abbauen. Eine solche Abrüstung könne "sogar eine Wohltat" für die marode sowjetische Volkswirtschaft sein.

Michail Gorbatschow kann also, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und seinen Friedensworten Abrüstungstaten folgen lassen. Auch er will ein gemeinsames Haus Europa aufbauen. Doch im Kreml gilt eine andere Militär-Arithmetik.

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