Man kann sich seine Helden nicht aussuchen, und wer es trotzdem versucht, sollte Vorsicht walten lassen. Das muß auch Präsident Reagan erfahren, dessen "Nationalheld" Oliver North nun vollends als Schurke entlarvt zu werden droht. Der Oberstleutnant ist gemeinsam mit dem ehemaligen Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Poindexter, und zwei seiner wichtigsten Komplizen angeklagt, den Iran-Contra-Handel mit kriminellen Methoden betrieben zu haben.

Bei der Abzweigung der Gelder aus den geheimen Waffengeschäften mit Teheran an die mittelamerikanischen Söldner sollen sich die Desperados aus dem Kellergeschoß des Weißen Hauses einer ganzen Latte von Verbrechen schuldig gemacht haben. Der Sonderankläger wirft ihnen unter anderem Betrug, Diebstahl und Verschwörung vor.

Die Vorwürfe gegen die Heißsporne im Souterrain treffen auch ihre Vorgesetzten in den oberen Etagen. Die scheinen selbst jetzt nicht einzusehen, daß der außenpolitische Zweck nicht alle Mittel heiligt. Das angestrebte Gerichtsverfahren wird deshalb die Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Präsidenten und seines mitinformierten Stellvertreters George Bush verstärken. Es kann dem einen den Abschied vom Amt verderben – und den anderen die Wahl zum Nachfolger kosten. D. B.