In Panama versuchen die Vereinigten Staaten, den starken Mann Noriega aus dem Land zu treiben, was ihnen in absehbarer Zeit gelingen wird. Zur Zeit haben sie die Mehrheit der Panamaer hinter sich. Doch was kommt danach? Wird die Zivilregierung stark genug sein, künftig das Militär unter Kontrolle zu halten, oder braucht sie die permanente Rückendeckung der US-Regierung?

In El Salvador endeten Kommunal- und Parlamentswahlen mit einem verheerenden Erdrutschsieg der Rechten. Sie zeigt keinerlei Bereitschaft, mit der linken Guerilla zu verhandeln. Was soll Washington tun? Die neue Mehrheit zur Einhaltung eines Friedensplanes zwingen, den es selber im Falle Nicaragua nachhaltig beschädigt hat?

Und wer hilft den armen Kleinstaaten, das ihre Kräfte übersteigende Flüchtlingsproblem zu bewältigen? Soll auch hier gelten: Geld nur bei Wohlverhalten?

Von Monat zu Monat zeigt sich deutlicher, daß dem mittelamerikanischen Friedensplan eine wichtige Ergänzung fehlt: eine langfristige, verläßliche Strategie der Vereinigten Staaten für die Region. Mit dem reinen Abwehrreflex, die Sowjetunion dort nicht Fuß fassen zu lassen, wird Washington sich stets zu schnellen, oft unüberlegten Interventionen veranlaßt sehen, die vorübergehend vielleicht Beruhigung schaffen, auf lange Sicht aber bloß Unruhe bewirken. Die gegenwärtige Administration hat wohl keine Zeit mehr, in Mittelamerika von Konfrontation auf Kooperation umzuschalten. Doch sollte sie ihrer Nachfolgerin auch keine Möglichkeiten verschütten.

Nicaragua hat mit seiner Offensive bewiesen, daß es bis zum Frieden in Mittelamerika noch ein langer Weg ist. Washington hingegen hat mit der Entsendung seiner Truppen Zweifel daran geweckt, ob es den von den mittelamerikanischen Ländern anvisierten Frieden hinnehmen wird. Viele Stöße solcher Heftigkeit verträgt der Friedensplan aber nicht mehr.