Ein Unternehmer, drei Ingenieure und zwei Lehrer: Die mutmaßlichen Spione, die jetzt im Schleppnetz des Verfassungsschutzes und Bundeskriminalamtes hängengeblieben sind, bilden eine buntgemischte Gesellschaft. Einmal mehr erweist sich, daß der sowjetische Geheimdienst, ihr wahrscheinlicher Auftraggeber, neben gezielten Aktionen auch mit der Schrotflinte arbeitet, die schon irgend etwas treffen wird.

Offenkundig bringen aber auch die Kescher der Spionageabwehr etwas ein. Allem Anschein nach ist sie den Agenten nicht durch Zufallsglück, sondern mit neuen Verfahren auf die Spur gekommen, die sie nach dem Abgang des Verfassungsschützers Tiedge in die DDR entwickeln mußte. Daß die Betriebsgeheimnisse, die er der Gegenseite offenbarte, nichts mehr wert sind, ist ein zusätzlicher Erfolg. Ob der Verrat so vielgestaltig ist wie die Verräter und ob sich daraus politische Folgen ergeben, steht noch dahin. Eine Weisheit aber bestätigt die jüngste Affäre schon jetzt: Menschen bleiben die wichtigste Informationsquelle, so elektronisch hochgerüstet auch das Zweitälteste Gewerbe der Welt ist. Das macht es schwer, gegen eine noch gründlichere Durchleuchtung des Umfeldes von Geheimnisträgern etwas einzuwenden – leider. C.-C.K.