Eigentlich wollte Ludwig Poullain beruflich nie wieder mit einer Bank zu tun haben, seit er vor fast genau zehn Jahren wegen eines umstrittenen Beratervertrages seinen Chefsessel bei der Westdeutschen Landesbank räumen mußte. Jetzt ist der inzwischen 68jährige wieder. in die Welt der Finanzen zurückgekehrt: als Senior Advisor der amerikanischen Bank Prudential-Bache. Das Geldinstitut, eine Gründung des amerikanischen Versicherungsriesen Prudential, erhofft sich von der Startbasis seiner Frankfurter Repräsentanz im deregulierten EG-Binnenmarkt der Zukunft ein ausbaufähiges Geschäft. Mit reichlich Kasse und dem Know-how des Ex-Landesbankers wollen sich die Amerikaner vor allem dynamischen Unternehmen bei Akquisitionen, Fusionen, Kooperationen und joint ventures als Finanzberater empfehlen. An Zeit für seinen neuen Job mangelt es Poullain nicht: Als Folge zunehmender Meinungsverschiedenheiten mit Max Grundig, vor allem wegen dessen ehrgeizigen Hotelbau-Vorhaben, schied er als Berater der Max-Grundig-Stiftung in Baden-Baden Ende Februar aus.

Knapp zwei Jahre regelmäßiger Wirtschaftskontakte in die DDR haben sich jetzt für den saarländischen Wirtschaftsminister Hans-Joachim Hoffmann (SPD) ausgezahlt. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse stellte das DDR-Kombinat VEB Carl Zeiss Jena ein aufsehenerregendes Kooperationsprojekt mit dem Software-Unternehmen HighTec EDV-Systeme GmbH im saarländischen St. Ingbert vor.

Kern des Geschäftes: Die Saarländer entwickelten für einen computergestützten Koordinaten-Meßtisch aus Jena ein Software-Paket und vertreiben dieses zusammen mit dem DDR-Produkt über die Carl Zeiss-Handelsgesellschaft im Westen (Markenname: Jenoptik). Entscheidende Neuerung dabei: Der Austausch von Know-how findet in beiden Richtungen statt; Hightec liefert Software, Carl Zeiss Wissen über den Umgang mit moderner Meßtechnik. Außerdem übernahmen die Westdeutschen die Vorfinanzierung – die DDR mußte also keine Devisen im Vorgriff auf das Geschäft ausgeben.

Eine weitere Ost-West-Kooperation ist im Saarland bereits in Gang gekommen: Die Ernst-Haaf GmbH in St. Ingbert beginnt jetzt mit der Fertigung von Präzisionsteilen zum Einbau in Carl-Zeiss-Mikroskope. Die Blaupausen dazu lieferten die DDR-Ingenieure selbst ins Saarland – eine bisher einmalige Form des ost-westlichen Technologietransfers. Beide Kooperationen gehen auf Vereinbarungen zwischen Hoffmann und dem Generaldirektor von Carl Zeiss Jena, Wolfgang Biermann, zurück.

Nach fünf Jahren legt Heinrich Weiss, Vorstandsvorsitzender der SMS Schloemann-Siemag AG in Düsseldorf, sein Amt als Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsrates nieder. Weiss war in jüngster Zeit oft unzufrieden mit seiner Partei. So warf er der CDU-Zentrale in Bonn vor, zu wenig wirtschaftliche Kompetenz auszustrahlen und sich zu sehr auf Sozial- und Familienpolitik zu konzentrieren. Der vorzeitige Abtritt von der Spitze des Wirtschaftsrates hat jedoch mit diesen Meinungsverschiedenheiten nichts zu tun, versichert man in der Umgebung des Unternehmers. Grund sei ausschließlich dessen Arbeitsüberlastung im Hauptberuf bei Schloemann-Siemag. Dafür spricht auch die Form des Wechsels: Nachfolger von Weiss soll im Juni dessen bisheriger Stellvertreter werden; Dieter Murmann, Chef der J.P. Sauer Maschinen-Beteiligungs GmbH in Kiel und Bruder von Arbeitgeber-Präsident Klaus Murmann. Weiss selbst bleibt bis 1989 stellvertretender Vorsitzender.

Für das Pleite-Stahlwerk Maxhütte in der Oberpfalz gibt es möglicherweise im April eine Rettung. Konkursverwalter Jobst Wellensiek jedenfalls machte der bayerischen Landesregierung Hoffnung: „Es wird sich in der nächsten Zeit etwas bewegen.“ Am Gründonnerstag des vergangenen Jahres hatte die Hütte Konkurs angemeldet, nun ist es schon wieder Ostern, und die Hütte arbeitet immer noch unter Konkursbedingungen. 3400 der einstmals 4500 Stahlwerker sind noch im Unternehmen.

Konkursverwalter Wellensiek hofft nun, doch bald eine Auffanggesellschaft zustande zu bringen, an der die Stahlkonzerne Krupp, Thyssen, Klöckner und Saarstahl sowie der Freistaat Bayern beteiligt werden sollen. Daß der Bundeskonzern Salzgitter sich beharrlich weigert, bei der Maxhütten-Lösung mitzumachen, ist nach Wellensieks Meinung „kein Hindernis“.