In diesem Sommer bieten nahezu alle großen Veranstalter Urlaubsflüge zum sogenannten „Mondscheintarif“ an. Die Preisersparnis beträgt zwischen 40 und 150 Mark.

Die Maschinen starten in der Bundesrepublik zwischen 20 und 22 Uhr kurz vor Airportschließung. Morgens um sechs Uhr sind sie dann wieder zurück – mit Urlaubern, deren Ferien zu Ende sind. Dieser kostensenkende Trick ist nur möglich, weil im Ausland kein Nachtflugverbot besteht wie in der Bundesrepublik. Auf diese Weise können die Charterfluggesellschaften ihre Maschinen optimal auslasten und damit die Preise senken. In England ist dieses Verfahren seit langem üblich. Tagsüber fliegen die Jets im Liniendienst, nachts werden sie mit Urlaubern vollgepackt.

Transeuropa startet mit seinen Gästen am Freitagabend von den Flughäfen München, Düsseldorf und Hamburg aus nach Mallorca. 15 Hotels stehen dort zur Wahl, die auch nach der Ankunft zwischen ein und zwei Uhr nachts noch einen reibungslosen Bezug der Zimmer garantieren. Diese Flüge sind jedoch an eine Mindestaufenthaltsdauer von zwei Wochen gebunden.

Nur von Düsseldorf aus fliegen die Jets von Alltours nach Mallorca, Kreta, Rhodos und Ibiza. Die Ersparnis liegt zwischen 60 und 100 Mark. München und Nürnberg sind Startplätze des Veranstalters Kreutzer-Reisen. Ziel dieser werbewirksam „Moonlight-Jets“ genannten Maschinen sind Athen, Rhodos und Kreta. Mit dem Mondscheintarif können Ferien auf den Inseln Ägina, Paros und Naxos sowie Landaufenthalte und Kreuzfahrten kombiniert werden. Von Frankfurt aus besteht eine Verbindung nach Kreta. Die Preisnachlässe liegen zwischen 40 und 60 Mark.

Mit Jahn-Reisen haben Urlauber die Möglichkeit, von Düsseldorf aus nach Kreta zu fliegen, Mallorca wird von München, Düsseldorf und Hamburg aus bedient. Die Ersparnis beträgt etwa 70 Mark. Bei NUR Touristic gibt es nur einen Nachtflug nach Mallorca.

Der Urlauber spart auf diese Weise nicht nur Geld, sondern auch einen ganzen Urlaubstag, da sich die Maschinen meist schon am Freitag auf den Weg zum Ferienziel machen. Der Abreisetag bringt allerdings auch Unbequemlichkeiten mit sich. Die Zimmer müssen in der Regel schon gegen Mittag geräumt werden, die Jets starten erst zwischen zwei und drei Uhr nachts.

Eine Ausnahme machen Transeuropa, NUR Touristic und Tjaereborg (Flüge nach Kreta ab Düsseldorf). Bei diesen Veranstaltern kann der Gast bis abends sein Zimmer behalten. ITS verzichtet ganz auf den späten Start zum Ferienziel. Dazu ITS-Sprecher Martin Kratz: „Für unsere Zielgruppe, die Familien, sind diese späten Flüge nicht geeignet.“ Rainer Krause