Von Wolf Biermann

Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne

Als man mich zog hat man mich gefragt

Ich mußte fort, hinein in die Kaserne

Gefangen ward ich, wie ein Wild gejagt...

Ein deutsches, ein altes Lied. Und nun ein neuer Roman von Jürgen Fuchs – ja, das alte Lied – aber in unsrer Zeit und in niedriger Prosa. Er schreibt von diesem Frieden. Fuchs schreibt wieder vom Kriege vor dem Krieg. Also gehts um subtilere Verletzungen, wie sie entstehen, wenn der Mensch zum Soldaten abgerichtet wird, zum Mörder mit staatlichem Diplom.

Hunderttausende Bürger männlichen Geschlechts – ach was! – seit der Wiederaufrüstung gingen wohl Millionen Deutsche durch die Mühlen der Armee. Auch in der DDR. Bloß: diese massenhafte Erfahrung, wo ist sie festgehalten? Offenbar kein Thema für Literaten in Ost und West.