Die Luchs-Jury hat sich verändert. Verändert haben sich auch die Kategorien, in denen gewertet wird. Statt bloß theoretischer Rubrizierungen (Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch, Sachbuch für Kinder und Jugendliche) will die Jury nun eine weniger enge, weniger statische Einteilung, die eher den Zugängen jugendlicher und kindlicher Leser entspricht.

Luchs 19 steht unter dem Thema: Erzählungen und Kunstmärchen.

Die Jury (Barbara Scharioth, Birgit Dankert, Ute Blaich) einigte sich auf Isaak B. Singers „Massel & Schlamassel“. Rezensent: Wolfdietrich Schnurre, ein Kenner jüdischer Literatur.

Auch beim Vorstellen der Bücher will die Jury also mehr Lebendigkeit, größeren Wechsel. Der Leser soll durch unterschiedliche Rezensenten möglichst vielseitige Anregung erfahren.

Mit „Massel & Schlamassel“ hat die Jury programmatisch einen Autor ausgewählt, der das Ideal großer Literatur erfüllt: künstliche Trennungen zwischen Texten für Erwachsene und Kinder gibt es nicht. Oder anders: Singers Kindergeschichten sind in ihrer künstlerischen Dichte so überzeugend, daß auch Erwachsene sie mit Entzücken lesen. U. B.