Der Aktien- und Rentenhandel war vor und nach Ostern ungewöhnlich schleppend. Dahinter steckt nicht nur eine mangelnde Entscheidungsbereitschaft wegen der langen Feiertagspause. Die institutionellen Anleger und noch mehr die private Bankenkundschaft sehen in der gegenwärtigen Situation keinen Grund zur Eile. Das gilt auch für die Wiederanlage der am Monatsbeginn freigewordenen Zins- und Tilgungsmilliarden.

Mit Sorge wird die Zinsentwicklung in den Vereinigten Staaten verfolgt, wo angesichts der robusten Konjunktur die Inflationsfurcht wächst. Unter diesen Umständen sind dort sinkende Zinsen kaum noch zu erwarten. Verunsichert werden die deutschen Anleger weiter durch den wieder labiler gewordenen Dollar.

Vor diesem Hintergrund finden positive Nachrichten aus den Bereichen Konjunktur oder Unternehmen keinen positiven Niederschlag in den Aktienkursen. Gebannt blicken viele Börsianer nach London, weil von dort aus der deutsche Markt durch Verkaufsaufträge, aber auch negative Gerüchte ständig verunsichert wird.

Um so höher ist es zu veranschlagen, daß die Privatisierungsaktion des Bundes bei Volkswagen offensichtlich ohne Schaden für den VW-Kurs über die Bühne gegangen ist. Jetzt scheinen die Vorbereitungen für den Verkauf der restlichen Viag-Aktien aus Bundesbesitz angelaufen zu sein. Der Viag-Kurs gilt in diesem Zusammenhang als bemerkenswert stabil. Von der Bilanzveröffentlichung der Deutschen Bank gingen diesmal keine Anregungen aus. K.W.