Pretoria hat einen ganzen Jumbo voll mit potentiellen Bewunderern der südafrikanischen Regierung eingeladen. Darunter so notorische Verfechter von Autorität und Ordnung wie Graf Huyn und Gerhard Löwenthal. Ihnen werden alle Genüsse des Landes zu Füßen gelegt – keine Gefahr besteht, daß sie die finsteren Seiten des Systems auch nur von ferne sehen.

Burkhard Hirsch und Gerhard Baum sind zornerfüllt und deprimiert aus Südafrika zurückgekommen. Ihre Vorschläge sind deshalb so einleuchtend, weil beide offenbar nicht mehr darauf hoffen, die Regierung Botha mit wirtschaftlichen Sanktionen beeindrucken zu können. Sie konzentrieren sich jetzt darauf, den unterdrückten Schwarzen unsere Solidarität zu beweisen.

Das beste wäre, Bischof Desmond Tutu zu folgen, der vorschlug, die Deutschen, Briten und Amerikaner sollten Botha drei Forderungen stellen: Er solle erstens den Ausnahmezustand aufheben, zweitens desgleichen die Restriktionen gegen die verbotenen Organisationen und drittens alle Verhafteten vor Gericht stellen oder entlassen. Geschieht dies nicht, so der Rat Tutus, „solltet ihr die diplomatischen Beziehungen abbrechen“ und, so könnte man hinzufügen, den FDP-Abgeordneten folgend: die Landerechte aufheben und Visumzwang einführen. Dff