Wirtschaft

"Wir reden uns hier kaputt"

DIE ZEIT: Die Ruhrgebietskonferenz hat vor über einem Monat stattgefunden. Alle Teilnehmer haben sich lobend über das Treffen und vor allem die gute Atmosphäre geäußert. Auf konkrete Ergebnisse aber wartet man vergeblich.

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DIE ZEIT

In der Klemme

Seitdem Pakistan die Genfer Afghanistan-Verhandlungen mit der Forderung blockiert, noch vor dem Abzug der Sowjettruppen müsse eine streng islamische Regierung in Kabul installiert werden, steckt Gorbatschow in der Klemme: Einerseits möchte der Kreml-Chef als ernsthafter Friedenspolitiker gelten.

Mit Vollgas übers Vaterland

Wieder einmal das Gesetz der Unglücksserie – statistisch sinnlos, aber politisch und psychologisch von großer Wirkung: Mitte vergangener Woche stürzte eine französische Mirage nach Tiefflugmanövern nur eineinhalb Kilometer von den beiden Kernkraftwerken bei Landshut ab.

Ins Exil

Vor dem Krieg kommt der Nervenkrieg, gemäß der vernünftigen Überlegung, daß der weniger Opfer kostet als alles, was folgt. Die Vereinigten Staaten möchten Panamas starken Mann, Militärchef Manuel Antonio Noriega, aus seinem Amt vertreiben und wissen sich darin mit der panamaischen Opposition einig.

Im Zorn

Pretoria hat einen ganzen Jumbo voll mit potentiellen Bewunderern der südafrikanischen Regierung eingeladen. Darunter so notorische Verfechter von Autorität und Ordnung wie Graf Huyn und Gerhard Löwenthal.

Krise der Landwirtschaft: Bio-Bauer im Bundestag

Muß es im Frühjahr einem leidenschaftlichen Landwirt nicht schwer ums Herz werden, wenn er fernab von grünenden Fluren in einer grauen Amtsstube hockt? „Ach wo“, sagt Matthias Kreuzeder und zieht augenzwinkernd an der Pfeife.

Zeitspiegel

Die polnische Regierung hatte sich mit den Feierlichkeiten zum 45. Jahrestag des Warschauer Getto-Aufstands viel vorgenommen.

Mehr General als Sekretär

Heiner Geißler will die Union vorwärts treiben – doch der Widerstand aus den eigenen Reihen wächst

Israel: Kaum Hoffnung auf Frieden

George Shultz wählte einen ungewöhnlichen Weg, um seine Friedensvorschläge in Israel populär zu machen. Noch vor dem Treffen mit Ministerpräsident Jitzhak Schamir warb er im israelischen Fernsehen für eine internationale Nahost-Konferenz als Eröffnungsrunde für bilaterale Verhandlungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn.

BONNER BÜHNE: Das Detail und das Ganze

Das wird Franz Josef Strauß wohl selber nicht ganz ernst gemeint haben“, sagte Kanzleramtsminister Schäuble zum Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten, künftig über die Koalitionssitzungen Tonbandprotokolle anzufertigen.

Wahlkampf der Mittelmäßigkeit

Haargenau. Nach all dem Lärm, den Debatten und Skandalen ist alles, was den Wählern angeboten wird: Vizepräsident George Bush, Gouverneur Michael Dukakis, Jesse Jackson und Senator Albert Gore.

Reagans treuer Diener

Einen Sturm wie den in der vergangenen Woche hat es im amerikanischen Justizministerium seit dem Watergate-Skandal nicht gegeben.

Subventionsschwindel an der Ruhr

Der Düsseldorfer CDU-Generalsekretär Helmut Linssen sprach von „einem der größten Subventionsschwindel in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen“, Sozialminister Hermann Heinemann (SPD) kündigte „schonungslose Aufklärung“ an: An Rhein und Ruhr hat der Landesrechnungshof „Unregelmäßigkeiten“ in den Abrechnungen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege und der Kirchen festgestellt.

Lernziel Autofahren

Die Argumente sind immer die gleichen. Unermüdlich macht Richard Spiegel, Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstag, bei den jährlichen Zusammenkünften bundesdeutscher Fachleute über verkehrsrechtliche Fragen darauf aufmerksam, daß unsere Autofahrer zu schnell fahren und zuviel Alkohol trinken, daß sie ein neurotisches Verhältnis zur Geschwindigkeit haben und daß die Verkehrsmoral ohnehin nachläßt.

Lernziel Nichtrauchen

Bürgermeister Ed Koch, seit 36 Jahren streitbarer Nichtraucher, hat sich durchgesetzt: Seit elf Monaten darf in seiner Stadt New York per Dekret nicht mehr geraucht werden.

Städte-Partner: Sumgait ist weit

Wie ausgestorben wirkt der Bahnhofsplatz, als hinge eine Ausgangssperre über Ludwigshafen. Doch Ruhe ist hier der Normalfall.

Aids-Beratung: Hergelockt und eingesperrt

Joy Wolfs Arbeitsplatz ist die Bahnhofsgegend. In Lederstiefeln, Mini-Rock und mit grell geschminktem Gesicht durchstreift die unermüdliche Thailänderin Frankfurts berüchtigtes Amüsierviertel.

Mr. T. H.

Ein zeitgenössisches Portrait des Thomas Hobbes aus der Feder Mr. John Aubreys, deutsch von Henning Ritter

Das falsche Opfer

eine andere Berufsgruppe tut sich so schwer mit ihrem Image wie die Beamten. In unzähligen Witzen und Karikaturen werden sie als gut besoldete Schläfer und Ärmelschoner tragende Bürokraten belächelt, die auf Kosten des Steuerzahlers ein geruhsames Dasein führen, keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen und am Ende auch noch dicke Pensionen kassieren.

Panik im Wunderland

In der stärksten Volkswirtschaft Westeuropas grassiert die Zukunftsangst.

Olivenöl: Per Zufall

Diesmal verhalf der pure Zufall der Bonner Regierung zu dem Ruf, besonders schnell auf Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung reagiert zu haben.

Bonner Kulisse

Die zeitweise sogar im Bonner Parlament in Mode gekommene Gleichmacherei weicht nun immer mehr der weisen Erkenntnis, daß auch in einer Demokratie der nötige Abstand zwischen oben, unten und neben gewahrt werden muß.

Protektionismus: Schlimm genug

Vorurteile gegen den Freihandel zählen in Amerika doch weniger als befürchtet. Richard Gephardt, Führer der Protektionisten im Kongreß, mußte gleich zwei Niederlagen hintereinander einstecken: Erst fiel er aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten; jetzt scheiterte er im Vermittlungsausschuß des Kongresses mit seiner berichtigten Gesetzesinitiative, die den Präsidenten gezwungen hätte, gegen Länder mit hohen Handelsüberschüssen automatisch Strafzölle zu erheben.

Kultur und Geschäft: Cash mit „Cats“

Als Friedrich Kurz 1985 erstmals in Hamburg öffentlich auftrat, wurde er mißtrauisch beobachtet. „Cats“? Ein Musical, bei dem sich nur Katzen auf der Bühne tummeln? Daß der Produzenten-Newcomer Kurz, ein schwäbischer Mr.

"Wahnsinn ersten Ranges"

Kuhbier: Es ist doch ein Wahnsinn ersten Ranges, daß in Hamburg wie in anderen Bundesländern Schulpavillons geschlossen und dort Asbest herausgeholt wird, während in anderen Gebäuden mit öffentlichem Zugang, zum Beispiel in Banken und Kaufhäusern, noch fleißig Asbest eingebaut werden darf.

Zeit und Geld: Folgenreicher Fehler

Wer in diesen Tagen über seiner Einkommensteuererklärung für das Jahr 1987 sitzt, der weiß, wie schnell sich dabei Fehler einschleichen können.

Angst vor Störungen

Der Aktien- und Rentenhandel war vor und nach Ostern ungewöhnlich schleppend. Dahinter steckt nicht nur eine mangelnde Entscheidungsbereitschaft wegen der langen Feiertagspause.

Heilige Kühe schlachten

Isensee: Die Reformvorschläge sollen Steuergleichheit wiederherstellen und die Privilegien beseitigen, die sich entwickelt haben, und die sich heute nicht mehr rechtfertigen lassen.

MANAGER UND MÄRKTE

Eine Aussage von Hermann R. Franz, Vorstandsmitglied der Siemens AG, über zukünftige Entwicklungen auf dem Halbleitersektor hat die Konkurrenz verschreckt.

Zeitliches aus der Provinz: Ollies Wolf vom Bodensee

International bekannte Persönlichkeiten als Werbeträger zu engagieren ist ein teures Vergnügen. Ab und zu geschieht jedoch auch in der PR-Branche ein kleines Wunder, und ein allerorten berühmter Mega-Star rührt gänzlich kostenlos die Werbetrommel.

Italien: Ein miserabler Luxus

Sie treffen sich nachts, zwischen Florenz und Bologna. Irgendwo, an der Bar, in der Toilette der Autobahnraststätte. Der eine, Lastwagenfahrer aus Mailand, zieht den Gebührenstreifen der Autobahn aus der Jackentasche, der andere, ein dicker verschwitzter Römer mit einem Tankzug, drückt dem Mailänder seine Gebührenkarte mit dem Einfahrtvermerk "Roma Nord" in die Hand – und steckt dafür gleichzeitig die Karte des Mailänders mit dem Aufdruck "Milano Sud" in seine Gesäßtasche.

Arbeitslosigkeit: Trügerische Modelle

In der ZEIT vom 12. Februar hat Carl Christian von Weizsäcker in einer Besprechung der Monographie Rudolf Hickels „Ein neuer Typ der Akkumulation?“ kritisiert, Hickel gründe seine Argumentation auf eine zu enge, nämlich auf die Bundesrepublik begrenzte Datenbasis.

Gewerkschafter mit zwei Gesichtern

Eine solche Antwort paßt perfekt zum Vorurteil über einen strammen Gewerkschafter – zumal über einen kommunistischen. Ist in Spanien der langanhaltende soziale Friede am Ende? Die Antwort kommt gequält und pointiert zugleich.

Ein Mann ohne Freunde

Spanien, eine beliebige Woche im Frühjahr 1988: In Madrid streikt die Müllabfuhr und droht, die Hauptstadt in einen riesigen Abfallhaufen zu verwandeln.

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