Vor dem Krieg kommt der Nervenkrieg, gemäß der vernünftigen Überlegung, daß der weniger Opfer kostet als alles, was folgt. Die Vereinigten Staaten möchten Panamas starken Mann, Militärchef Manuel Antonio Noriega, aus seinem Amt vertreiben und wissen sich darin mit der panamaischen Opposition einig. Also schicken sie 1300 zusätzliche Soldaten in die Kanalzone und lassen einen Flugzeugträger vor den Küsten Panamas kreuzen. Der General, so stur wie machtbewußt, wehrt sich. Seine Polizisten verfolgen den amerikanischen Botschafter und versuchen, seinen Wagen in den Straßengraben zu drängen. Man zeigt sich die Faust, um nicht zuschlagen zu müssen.

Seit nunmehr drei Wochen läuft dieses böse Spiel. General Noriega weiß sehr genau, daß seine Tage gezählt sind, wenn es ihm nicht gelingt, Washington zu einem demonstrativen Akt zu provozieren, der die schlummernden Anti-Yankee-Gefühle der Mehrheit weckt. Die Vereinigten Staaten wiederum kennen diese Gefahr sehr genau und wissen, daß in einem langen Nervenkrieg der Stärkere leicht in den Ruch gerät, nur ein Papiertiger zu sein.

Deswegen haben, hinter allem nervenbelastenden Getöse, die Vermittler noch eine Chance. Noriega hat abgewirtschaftet, und der Demokratie wäre ein Dienst erwiesen, wenn er ins Exil ginge oder käme, in dem er kein Unheil mehr anrichten kann. bi