Kuba, die von Bundesbürgern am häufigsten besuchte Karibikinsel, wird dem Tourismus neue Zielgebiete im Land erschließen. Staatspräsident Fidel Castro hat grünes Licht für einen Ausbau des Fremdenverkehrs gegeben.

Für gut zwei Drittel der 27 000 Bundesdeutschen, die Kuba im vergangenen Jahr besuchten, war vor allem der weiträumige Sandstrand von Varadero im Osten Havannas das erklärte Urlaubsziel. Nur der geringere Teil buchte zusätzlich zu den Ferientagen am Meer auch Rundreisen in landschaftlich reizvolle Gegenden der Insel oder zu den alten Kolonialstädten Santiago de Cuba und Trinidad.

Nun sollen neue Hotels und Hotelanlagen des gehobenen Standards auch an der Ciego de Avila vorgelagerten Nordküste und im Süden bei Santiago de Cuba entstehen und die dortigen Strände für ausländische Besucher attraktiv machen. Erstmals werden die Kubaner bei diesen Projekten mit spanischen Investoren zusammenarbeiten.

Auf den Inseln Isla de la Juventud und Cayo Largo existieren bereits exklusive Urlaubsrefugien für Wassersportler. Nun wird mit dem Bau anspruchsvoller Anlagen auch auf der Insel Cayo Coco begonnen. Diese Inseln stehen allerdings nur Dollar-Touristen offen, denn Kuba braucht Devisen. Die Einnahmen aus dem Tourismus liegen derzeit hinter dem Exportgewinn aus Zucker, Fisch, Tabak und Nickel.

Zugleich werden in Havannas Innenstadt alte Hotels, die vor und nach der Jahrhundertwende entstanden, im Stil der damaligen Zeit von Grund auf renoviert. Auch am Strand von Varadero entstehen zusätzlich neue Hotels. Mit diesem Bauboom reagiert Kuba auf die stürmische Nachfrage ausländischer Besucher, von denen im zurückliegenden Jahr insgesamt 280 000 die größte Insel der Großen Antillen zu ihrem Urlaubsziel erkoren, allen voran die Kanadier (50 000). Dagegen sind die sozialistischen Bruderländer Sowjetunion (10 000) und DDR (4000) nur mit bescheidenen Gästezahlen vertreten.

Havannas internationaler Flughafen José Marti, der gegenwärtig erweitert wird, soll Ende 1988 dem gestiegenen Flugaufkommen gewachsen. sein. Von Ende nächsten Jahres an werden die Ferienjets mit den Strandurlaubern direkt auf dem neuen Flughafen landen können, der augenblicklich bei Varadero entsteht

In diesem Sommer starten Chartermaschinen auch von München und Düsseldorf aus in Richtung Havanna. Für den Winter 1988/89 sind vier Charterlinien zwischen der Bundesrepublik und Kuba geplant. Auskunft erteilt das Kubanische Fremdenverkehrsamt Cubatur, Steinweg 2, 6000 Frankfurt 1, Tel. (0 69) 21 83 22/23. rn