Vorurteile gegen den Freihandel zählen in Amerika doch weniger als befürchtet. Richard Gephardt, Führer der Protektionisten im Kongreß, mußte gleich zwei Niederlagen hintereinander einstecken: Erst fiel er aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten; jetzt scheiterte er im Vermittlungsausschuß des Kongresses mit seiner berichtigten Gesetzesinitiative, die den Präsidenten gezwungen hätte, gegen Länder mit hohen Handelsüberschüssen automatisch Strafzölle zu erheben.

Der Rest des Kongreß-Entwurfs für ein US-Handelsgesetz ist freilich auch so noch schlimm genug. Immer noch sind Sanktionen gegen Länder mit „unfairen Handelspraktiken“ geplant, immer noch können Firmenverkäufe an Ausländer im Interesse der „nationalen Sicherheit“ verboten werden, immer noch gibt es Boykottklauseln gegen Firmen, die des illegalen Exports in den Ostblock beschuldigt werden. Die protektionistischen Extremisten sind geschlagen, die Grundtendenz, Handelsbeschränkungen als Mittel nationaler Politik einzusetzen, besteht ungebrochen weiter. pp