Tonatiúh Ramirez Ocampo lebt südlich der Hauptstadt in einer kleinen mexikanischen Stadt. Tonatiúh, den alle Toti nennen, hat Glück: sein Vater nimmt kein Marihuana und trinkt nicht. Er arbeitet in der Fabrik; alles, was er verdient, bekommt die Familie: Toti, seine drei Schwestern und die Mama. Sie leben in einer richtigen „casa“ aus selbst gemachten Adoveziegeln. Gemessen an den armseligen Blechhütten vieler Menschen in Xochimilco, ist Totis Zuhause schön. Die Familie muß nicht hungern und kann sich einigermaßen vernünftig kleiden.

Totis Urgroßvater hat das winzige Stück Land als „Paracaidista“ einfach besetzt. Seitdem lebt die Familie dort. Zusammen mit drei Hunden, Jitla, Chappy und Flan. Flan ist ein Nackthund, den Totis Mutter von Dr. Nobit geschenkt bekommen hat, bei dem sie putzt und die Wäsche wäscht. Außer den Hunden gibt es noch einen Baumrüssler und eine Menge Hühner, die nachts in den Mirabellenbaum steigen, um zu schlafen.

Luxus, wie einen Fernseher, gibt es nicht bei den Ramirez. Wenn Toti fernsehen will, läuft er in die Geschäftsstraße von Xochimilco und drückt die Nase am Schaufenster platt.

Zwei Klassen von Mexikanern gibt es: die mit und die ohne Auto, Arme und Reiche. Totis Freund Pancho gehört zu denen, die kein Auto haben. Pancho hat zehn Geschwister, die Väter sind alle davongelaufen. Jetzt ist Pancho der Familienchef, auch wenn er noch ein halbes Kind ist.

Was an Totis Geschichte besticht und fasziniert, ist vor allem detaillierte Kenntnis mexikanischer Kultur und Lebensverhältnisse. So kann nur erzählen, wer das Land selbst erlebt hat. Heinrich Christian Graf zu Rantzau hat 25 Jahre in Mexiko gelebt. Totis Geschichte ist Summe Hunderter von Erlebnissen, jahrzehntelanger Erfahrung, vieler Reisen, die den Autor durch ganz Mexiko führten. Hier schreibt kein Tourist, kein Fremder, sondern jemand, der Land und Leute kennt: ihre Fiestas, ihre Zeremonien, ihre überwältigende Gastfreundschaft.

Rantzau verbindet in einer mit Vitalität und Tempo erzählten Geschichte Abenteuer, Spannung, vielfältige Information.

Kritik wird nicht ausgespart. Scharf und zynisch kommentiert Totis sympathische Lehrerin die Verschleierungskampagnen der Regierung, die gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Analphabetismus im Lande kaum etwas unternimmt.