Schwieriges Gedenken

Die polnische Regierung hatte sich mit den Feierlichkeiten zum 45. Jahrestag des Warschauer Getto-Aufstands viel vorgenommen. Der Weltöffentlichkeit sollte demonstriert werden, daß antisemitische Ausfälle wie 1968 in Polen der Vergangenheit angehören, Polen und Juden jetzt gemeinsam ihre Geschichte des Leidens im Zweiten Weltkrieg aufarbeiten und einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Israel nichts mehr im Wege steht. Doch nun haben führende Vertreter der jüdischen World Community ihre Teilnahme bereits abgesagt. Der Grund ist so banal wie peinlich. In der Nähe des alten Umschlagplatzes, wo fast 300 000 Juden nach Treblinka abtransportiert wurden, soll am 18. April ein Marmordenkmal eingeweiht werden. Entgegen früheren Zusagen weigern sich die polnischen Behörden jedoch, eine daneben liegende Tankstelle abzureißen – ja, sie soll sogar wieder in Betrieb genommen werden. „Es ändert sich nichts“, sagen Anwohner, die sich noch erinnern, daß unter Parteichef Gierek das letzte Stück Gettomauer mit Bulldozern niedergerissen wurde.

Wechsel im ZEITmagazin

Nach achtzehn Jahren gibt Jochen Steinmayr die Leitung des ZEITmagazins ab und wird Berater der Chefredaktion der ZEIT. Michael Schwelien tritt an seine Stelle. Peter Wippermann gestaltet künftig die Graphik des ZEITmagazins – als Nachfolger von Christian Diener, der fünf Jahre lang für das Layout verantwortlich zeichnete.