Nach den Osterfeiertagen ist wieder mehr Schwung in die deutschen Aktienmärkte gekommen. Dafür sorgte nicht nur die schwindende Furcht vor einem neuen Börsenkrach, sondern auch die Tatsache, daß in Tokio die Kursverluste vom vergangenen Oktober bei Aktien wieder voll wettgemacht worden sind und erneut Rekorde gefeiert werden können. Außerdem ließ die aufwärtsstrebende Tendenz an der Wall Street die Anleger mutiger werden. Noch kann am deutschen Markt von langfristigen Anlagestrategien nicht die Rede sein. Großanleger wie auch die private Bankenkundschaft sind bereit, jederzeit Kursgewinne einzustreichen. Die wachsende Zahl der Sonderbewegungen läßt indes eines erkennen: Die Käufer riskieren wieder mehr. Sie sind für Anregungen offener geworden.

Der Kurs der VW-Stammaktien liegt mittlerweile soweit über dem Privatisierungspreis von 238 Mark, daß jeder Zeichner sich inzwischen wieder mit Gewinn von diesem Autowert trennen kann. Davon wird auch Gebrauch gemacht. Jetzt stehen diese Mittel für die nächste Privatisierung bereit.

Zu einem Spekulationspapier ersten Ranges sind Springer-Aktien geworden. Die Erklärung von Großaktionär Leo Kirch, noch nicht über 25 Prozent des Springer-Aktienkapitals zu verfügen, hat Käufe von mehreren Seiten ausgelöst. Der Springer-Kurs schnellte daraufhin empor. K. W.