Michael Rutschky: „Was man zum Leben wissen muß“, Ein Vademecum von A-Z

Wer einem heute erzählen will, was man zum Leben wissen muß, dem begegnet man besser skeptisch. Wenn es dann auch noch in einem Buch von A-Z aufgeschrieben wird, ist äußerste Vorsicht empfohlen. Unter W wie Wirtschaftsleben erzählt Rutschky (Haffmans Verlag, Zürich 1987; 246 S., mit 25 Zeichnungen von F.W. Bernstein, 28,– DM) von einer neuen Lesebrille, um dann über die holländische Genremalerei doch noch auf die Marxsche Ökonomie zu kommen. Was die einheimische Gesellschaftskritik ist, erfährt man an einem kleinstädtischen Bürgermeister. Rutschkys Gedankensprünge haben Methode. Im beiläufig Erzählten blitzt plötzlich das Allgemeine auf, und in dem, was man immer schon zu wissen glaubte, entlarven sich die Mythen des Alltags. Rutschkys Vademecum ist ein Leitfaden für kritische Verbraucher aus der „Stiftung Gedankentest“, der auf unsere Nachttische gehört. Harry Nutt