Immer wenn in der Europäischen Mangement- und Marketing-Agentur (Emma) das Gespräch unter Kollegen auf das „Kurzzeit-Genie“ kommt, versichert Direktionsassistent Dr. Günter P.: „Das war nicht einfach Sex. Da muß etwas dahintergesteckt haben. Etwas Kompliziertes. So eine Art psychologische Doppelhelix.“

Jetzt hat Dr. P. die Lösung gefunden.

Dem Mann, den alle das „Kurzzeit-Genie“ nennen, ging ein sagenhafter Ruf voraus, bevor er seinen Posten bei Emma antrat. Noch keine dreißig, aber zwei Doktortitel, drei Jahre im Ausland, vier Sprachen, fünf erstklassige Referenzen, sechs Jahre spezialisierte Praxis – und nun der hochdotierte Führungsposten bei Emma.

Drei Tage nach Arbeitsbeginn wurde er im Sanitätsraum mit seiner rothaarigen Sekretärin ertappt. Von einem der wichtigsten Emma-Kunden. Einem Puritaner, der eine Kopfschmerztablette bekommen sollte und nun die Alternative stellte: „Dieser Kerl oder unser Etat!“

Der Kerl mußte gehen. Dr. P. gab sich damit nicht zufrieden. Die Sekretärin war häßlich und verklemmt, und vom „Kurzzeit-Genie“ war Einschlägiges nicht bekannt. Was steckte dahinter?

„In einer amerikanischen Fachzeitung“, so berichtet Dr. P. überm Bier einem Tennisfreund, „habe ich jetzt die Antwort gefunden. Handicapping! Selfdefeating Personality disorder!“

„Wie bitte?“ fragt der Tennisfreund.