Konkurrenz belebt das Geschäft. Im kommenden Jahr werden das die deutschen Versicherungsunternehmen zu spüren bekommen. Denn dann wird Lloyd’s of London, die größte Versicherungsbörse der Welt, eine Repräsentanz in der Bundesrepublik eröffnen.

Während Lloyd’s-Vorstand Murray Lawrence noch mit der Berliner Versicherungsaufsicht über die Zulassung am deutschen Markt verhandelt, ist intern schon längst eine wichtige Personalentscheidung gefallen. Der Ingolstädter Versicherungsmakler Franz Schleicher wird der Lloyd’s-Justitiar für Deutschland.

Der studierte Jurist und promovierte Kaufmann war von den Londonern eigentlich dazu auserkoren, ihr offizieller Repräsentant zu werden, was einem Ganztagsjob gleichkäme. Doch Schleicher lehnte am Freitag vergangener Woche dankend ab, weil er weiterhin seine eigene Kanzlei führen will – „als Justitiar ist das noch möglich“, sagt er.

Die Ehre, als erster gefragt zu werden, kommt nicht von ungefähr. Denn Schleicher macht seit Jahren Geschäfte an der Versicherungsbörse. Und mehr noch: Er war es, der bei der Kommission der Europäischen Gemeinschaft dafür sorgte, daß europäischen Versicherern der Zugang zum deutschen Markt erleichtert wurde. Auf seine Beschwerde hin verklagte nämlich die Brüsseler Behörde die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof – mit Erfolg.

Der Druckauftrag für die neugestaltete DKK-Kreditkarte des Handels und der Gastronomie ist diese Woche rausgegangen. DKK-Geschäftsführer Helmut Frei läßt 100 000 Stücke Plastik mit dem Kürzel „DKK“ auf gelb-rotem Untergrund produzieren, nachdem die ersten 100 000 in schwarzrotgold gehaltenen Karten eingestampft werden mußten, weil die Aufschrift „Deutsche Kreditkarte“ durch eine einstweilige Verfügung des Münchner Oberlandesgerichtes untersagt worden war. In den Augen der Richter ist die DKK nämlich noch zu klein, mithin die Bezeichnung „Deutsche“ nicht gerechtfertigt.

Die einstweilige Verfügung, die der badische Wettbewerbsverein pro virtute für einen unbekannten Konkurrenten der DKK erstritt, ist mittlerweile rechtskräftig. Die Düsseldorfer Simonbank stellte nämlich die vom Gericht zur Auflage gemachte Bürgschaft für mögliche spätere Regreßansprüche der DKK „selbstschuldnerisch, unbedingt und unbefristet“.

Für Frei bleibt eines unverständlich: „Welches Interesse kann eine kleine, regional tätige Bank haben, unser bundesweit angelegtes Projekt zu verzögern?“ Simonbank-Vorstand Ottoheinz Jung-Senssfelder dazu: „Dahinter stecken keinerlei Eigeninteressen unseres Hauses.“ Man handele lediglich im Auftrage eines Kunden, der seinen Kreditrahnen für die Bürgschaft nutze.