Ein deutscher Professor, der sich in aller Öffentlichkeit mit seinen Kollegen anlegt, macht einen schlechten Eindruck. Diesen Schluß muß man aus der Reaktion auf den Beitrag von Ernst Helmstädter in der ZEIT vom 1. April ziehen. Der Wirtschaftsprofessor verwahrte sich darin gegen die Art, wie er aus dem Sachverständigenrat gedrängt wurde. Prompt war von gekränktem Stolz, schmutziger Wäsche und dem lädierten Ruf des Rates die Rede.

Richtig ist, daß das Gremium der „Fünf Weisen“ hierzulande von allen Institutionen der ökonomischen Politikberatung den besten Ruf hat. Nichts läßt aber darauf schließen, daß dieser Ruf nach dem Streit zwischen seinen Mitgliedern auf Dauer geschädigt wäre. Auch Professoren führen nicht nur wissenschaftliche Diskussionen; sie intrigieren, zanken sich, schließen faule Kompromisse, sind nicht offen im Umgang miteinander. Warum sollen ausgerechnet die Weisen über solche Schwächen erhaben sein? Die Weisen sind keine Götter, ihr jährliches Gutachten ist kein Evangelium – mit Rufschädigung hat das nichts zu tun.

Klar muß aber auch gesagt werden, daß der Rausschmiß von Helmstädter nicht die feine Art war. Als sich vor Jahren die beiden Ratsmitglieder Giersch und Stützel in den Haaren lagen, mühten sich die Kollegen intensiv um einen Ausgleich, ohne einen der Kontrahenten gleich aus ihrem Kreis zu drängen. Helmstädter hatte nicht einmal die Möglichkeit einer Rechtfertigung, und nach wie vor enthält sich der Rat jeden Kommentars. Den besten Eindruck macht das auch nicht gerade. smi