Eine kulinarische Weltreise können Gourmets anhand eines Bildbandes unternehmen, der im Rosenheimer Verlagshaus erschienen ist und 68 Mark kostet: „À la Carte“, präsentiert von Karl Wanninger, ein Augenschmaus auf 200 Seiten. Diese Speisekarten, die zu historisch bedeutenden Anlässen und für die feinsten Hotels Europas gedruckt wurden, sind als Schwarzweiß- und Farbtafeln wiedergegeben, Kunstwerke ganz eigener Art. Das Kapitel „ABC der hohen Küchenkunst“ stellt Köstlichkeiten vor, die einen optischen Nachgenuß geradezu provozieren. Versehen sind sie mit feinen Vignetten. Man erfährt, was königliche Hoheiten goutierten, Was Kaiser Wilhelm II. zu essen pflegte, was – unter dem Titel „Du sollst nicht töten“ – 1878 als Vegetarieressen angeboten wurde und aus welchen Gängen sich das Trauermahl nach der Beisetzung Ludwigs II. zusammensetzte. Eine mitunter amüsante Lektüre, einschließlich der satirischen Menükarte, die während der Belagerung von Paris durch die Deutschen im Jahre 1870 folgendes empfahl: Goldfische, Ratten und blaue Bohnen.