Wunderschön ist das Buch und beeindruckend als Geschenk, und teuer ist es auch. Ob man wirklich darin lesen und nicht nur herumblättern wird, sei dahingestellt.

Wo Europa den Himmel berührt – Die Entdeckung der Alpen; von Gabriele Seitz; Artemis Verlag, München 1987; 238 S., 98 Mark.

Zugegeben, in erster Linie sind es die Abbildungen, die das Buch faszinierend machen, die romantischen oder abenteuerlichen Darstellungen aus dem 19. Jahrhundert, die Plakate vom Beginn des Skitourismus. Alles ist so schön altertümlich. Gabriele Seitz hat sich tapfer durch die Alpenliteratur der Jahrhunderte gelesen, um dann eine Anthologie zusammenzustellen, die kaum einen Autor ausläßt, der sich jemals prominent über die Alpen geäußert hat, vom Geographen Strabon zu Petrarca, von Albrecht Haller und Jean-Jacques Rousseau bis zu Edward Whymper. Die Geschichte der Alpen wird in Kapitel untergliedert, die sich unter anderem mit den Pässen, der Alpenbegeisterung oder den Anfängen des Fremdenverkehrs befassen. Dem jeweiligen Zitatenreigen sind Einleitungen vorangestellt, in denen akribisch alle Fakten zusammengetragen sind. Der Anhang mit Zeittafel und Bibliographie ist nützlich und gut; daß aus dem Muckenkogel (Berg in Niederösterreich) ein Mückenkobel wird, sollte in einem so anspruchsvollen Buch nicht vorkommen. M.P.