Werden sich am Ende zwei „Langweiler“ im Duell um die amerikanische Präsidentschaft gegenüberstehen? Weder Vizepräsident George Bush noch Michael Dukakis, der Gouverneur von Massachusetts, bieten den Amerikanern großen Unterhaltungswert. Aber manche tun so, als ob es darauf ankäme. Daß Bush der Kandidat der Republikaner sein wird, steht seit einem Monat fest.

Mit den Vorwahlen in New York am Dienstag ist nun auch für die Demokraten die Entscheidung auf dem Parteikonvent im Juli vorgegeben: Dukakis hat die Spitze erklommen, wenn auch der Weg durch die Vorwahlen noch nicht zu Ende ist. Sein überzeugender Sieg im Bundesstaat New York dürfte den Demokraten die bislang mangelnde Zuversicht einflößen, daß der Sohn griechischer Einwanderer, der Gouverneur des „Musterländles“ in Neuengland, auch in ganz Amerika gewinnen kann.

Wie wird sich Dukakis mit Jesse Jackson arrangieren? Jacksons zweiter Platz in New York täuscht ein wenig über die enorme politische Rolle dieses mutigen schwarzen Predigers hinweg, der den farbigen wie den weißen Unterprivilegierten im Prozeß der Präsidentschafswahlen wie ein Leuchtturm neue Perspektiven gibt. Jacksons Wahlkampf hat schon jetzt die politische Landschaft Amerikas verändert. U. S.