Nichts gegen Portugal, aber es ist schon merkwürdig, daß sich dieses Land auf dem deutschen Kapitalmarkt Geld zu günstigeren Konditionen beschaffen kann als Finanzminister Gerhard Stoltenberg. Vorige Woche offerierte Portugal eine Anleihe mit einer fünfjährigen Laufzeit, die bei fünf Prozent Zinsen und einem Ausgabekurs von 100,50 Prozent eine Rendite von 4,88 Prozent bietet. Vergleichbare Papiere des Bundes können zu diesen Konditionen derzeit nicht am Markt untergebracht werden. Die jüngste Serie der Bundesobligationen (Serie 76), die bei fünfjähriger Laufzeit genau fünf Prozent Rendite bringt, wird der Finanzminister nicht los. Der Grund: Die schon an der Börse eingeführte Serie 75 bietet aktuell eine Rendite von 5,16 Prozent. Der Bundesfinanzminister muß am deutschen Kapitalmarkt also fast 0,30 Prozentpunkte mehr Zinsen zahlen als sein portugiesischer Kollege. Die deutsche Quellensteuer läßt grüßen.

Im Mai wird der deutsche Kurszettel erstmals seit dem Oktober-Crash wieder um den Namen eines privaten Unternehmens verlängert. Insgesamt 80 000 Aktien der auf Modeschmuck spezialisierten Firma Bijou Brigitte werden dann am Geregelten Markt in Hamburg zu haben sein. Der Nominalwert: vier Millionen Mark, was der Hälfte des Grundkapitals entspricht.

Im Rahmen der ZEIT-Börse verkaufte die Bank in Liechtenstein (BiL) die Hotelaktie Trusthouse Forte mit einem Gewinn von 2158 Mark. Für gut 30 000 Mark kaufte sie sich Anteile der französischen Supermarktkette Casius zu einem Kurs von umgerechnet 34,21 Mark.

kah

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen