Das starke Auf und Ab der Kurse läßt den Aktienmarkt momentan als Schaukelbörse, erscheinen. Das hängt einmal mit dem Anlageverhalten der Großanleger und Teilen der privaten Bankenkundschaft zusammen. Beide disponieren kurzfristig und versuchen, ihre Renditen durch das Kassieren von Kursgewinnen aufzubessern. Zum anderen sorgen Währungsschwankungen sowie die Angst vor steigenden Zinsen in den Vereinigten Staaten immer wieder für kalte Duschen. Eine solche war auch das gestiegene Außenhandelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten im Februar.

Zusätzlich wurde in den vergangenen Tagen die Stimmung in den Börsensälen durch das als unbefriedigend empfundene Daimler-Angebot gedrückt, fünf AEG-Aktien gegen eine Daimler-Aktie zu tauschen. Daß daneben eine Barabfindung zu 200 Mark je AEG-Aktie angeboten wird, kann von denen nicht gerade als tröstlich empfunden werden, die zu deutlich höheren Preisen AEG-Aktien gekauft haben.

Erstaunlich ist, daß der Aktienmarkt bisher von den Ereignissen im Persischen Golf unbeeindruckt blieb. Auch die Reaktionen auf den steigenden Ölpreis hielten sich in Grenzen. Die Vorbereitungen für die Restprivatisierung der Viag tragen ihre Früchte. Erwartungsgemäß hat das Unternehmen seine Dividende von 6,00 auf 6,50 Mark angehoben. Außerdem ist es dabei, sich in Präsentationen in voller Schönheit zu zeigen. Börsianer gehen davon aus, daß der Bund seine Viag-Aktien zu Preisen um 210 Mark abgeben wird. K. W.