Auf Mäusepfoten kommt sie nun, die schöne neue Welt. Vor elf Jahren noch wiesen die amerikanischen Richter, die eine ölfressende Mikrobe patentierten, die Vorstellung von Patentrechten an höheren Lebewesen als „Schreckgespenst“ zurück. Nun sind wir soweit. Das Washingtoner Patentamt hat eine Labormaus patentiert, deren Gene man so verändert hat, daß sie schneller als andere Mäuse Krebs bekommt – eine Art lebendes Meßinstrument für die Entdeckung gefährlicher Substanzen.

Alle Einsprüche waren umsonst; wieder einmal wurde ein Rubikon überschritten. Es geht ja nicht um die nette Hausmaus, nicht um Gefühle, sondern um den Patentschutz als „wirtschaftspolitisch neutrales Instrument der Technologieförderung“.

Nur die patentierbare Natur ist noch erforsehenswert – so läuft der Trend, so laufen die Projekte: zur Herstellung von Schweinen mit Mäusegenen, damit die Säue 25 Ferkel werfen; zum Melken von Mäusen mit Menschengenen, die Blutgerinnungshemmer produzieren.

Alles scheint möglich im Gründerrausch des biotechnischen Zeitalters, und nach der Patentierung von Hochleistungsochs und streßfreier Kuh sollen die Farmer siebzehn Jahre lang Gebühren zahlen. Ist es für Grundsatzentscheidungen schon zu spät? Gff.